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Von
Fabeau
Veröffentlicht am
04.12.2015
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2 Minuten
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Triumph beendet eigene Europa-Produktion

Von
Fabeau
Veröffentlicht am
04.12.2015



Triumph wird das letzte europäische Werk schließen
Der Wäschekonzern Triumph International ist auf der Suche nach einem Käufer für den nur wenige Kilometer nördlich von Lissabon liegenden Fertigungsstandort in Sacavém, Loures, wo Triumph bereits seit den 60er Jahren fertigen lässt. Wie ein Sprecher des Unternehmens erklärte, wurde der Verkaufsprozess bereits eingeleitet und soll im Laufe des nächstes Jahres abgeschlossen werden. Ziel sei es, das Werk so zu veräußern, dass auch die rund 530 Beschäftigten übernommen werden.
Das Werk in Loures ist der letzte Standort, an dem Triumph noch eine eigene Produktion in Europa unterhält. Der Verkauf bedeute aber nicht automatisch das Ende der Europa-Produktion, sondern lediglich der eigenen Produktion in Europa, stellte das Unternehmen klar. Über Zulieferer werde nach wie vor in Europa gefertigt.
Die lokalen Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften kritisieren, dass Triumph nicht in akuter Bedrängnis sei, den portugiesischen Standort aufzugeben. Der Konzern arbeite insgesamt nicht defizitär, die Produktion in Portugal laufe gut. Die Schließung sei nur ein Weg, um die Produktion in asiatische Länder zu verlagern, wo die Kosten niedriger sind, aber die Arbeiter ausgebeutet werden, erklären Vertreter in diversen portugiesischen Medien.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Triumph litt in den letzten Jahren unter Umsatzrückgängen, die zum größten Teil den herausfordernden Wettbewerbsbedingungen geschuldet waren. Im letzten Jahr sanken die Umsätze wechselkursbereinigt um über 4% auf rund 1,6 Mrd. Euro. Im Zuge des anhaltenden schwierigen Marktumfeldes sah sich der Konzern schon früher damit konfrontiert, seine europäischen Werke aufgeben zu müssen. Zuletzt schloss Triumph seine Produktion im Burgenland und versucht das Werk im ungarischen Dunaujvaros zu verkaufen. Gleichzeitig trennte sich der Konzern von Marken, die nicht zum Kerngeschäft gehörten, wie bspw. die Herrenwäschemarke HOM oder zuletzt die Discounter-Marke Dorina. In Europa bleibt jetzt nur noch die Entwicklung, Vertrieb und Marketing für die Marken Triumph und sloggi.
In Asien lassen die meisten internationalen Wäschefirmen fertigen, weil dort Know-How und Qualität vorhanden sind, und die Preise natürlich unter denen in Europa liegen. Die Bedingungen in Fernost sind nicht immer so schlecht wie gerne proklamiert.
Redaktioneller Hinweis:
In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass das portugiesische "Triumph-Werk vor der Schließung" stehen und die rund 530 Beschäftigten, die meisten von ihnen Frauen, "kurz vor der Kündigung" stehen. Diese Aussage ist so nicht korrekt und wurde in der jetzigen Version korrigiert.

© Fabeau All rights reserved.