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Veröffentlicht am
08.05.2020
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3 Minuten
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Trotz Corona-Pandemie: Chinas Exporte legen wieder zu

Von
DPA
Veröffentlicht am
08.05.2020

Chinas Exporte sind trotz des globalen Coronavirus-Ausbruchs im April überraschend gestiegen. Wie die Pekinger Zollbehörde am Donnerstag mitteilte, legten die Ausfuhren im Vergleich zum April des Vorjahres um 3,5 Prozent zu. Deutlich bergab ging es dagegen mit den Importen, die um 14,2 Prozent einbrachen. Analysten hatten sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren mit einem deutlichen Rückgang gerechnet.


Photo: Shutterstock


Die strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Danach setzte eine langsame Erholung ein. Da sich das Virus seitdem jedoch im Rest der Welt verbreitete, läuft der globale Handel nur noch schleppend.

Die positive Entwicklung der Exportzahlen zeigt, dass sich China dem Nachfrage-Rückgang aus dem Ausland zumindest bisher erfolgreich entgegenstemmen konnte. Von Normalität ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dennoch weit entfernt.

Die Volksrepublik ist ein wichtiger Absatzmarkt für deutsche Firmen. Im vergangenen Jahr lag das Exportvolumen bei 96 Milliarden Euro. China ist seit 2015 auch das Land, aus dem die meisten Importe nach Deutschland kommen.

Markus Steilemann, Chef des Kunststoffspezialisten Covestro , berichtete, die Nachfrage aus China habe nun wieder deutlich angezogen. "Wir sehen eine Belebung im Elektronikmarkt." Das betreffe vor allem Teile der Heimelektronik. "Das heißt, die Leute kaufen Monitore, die Leute kaufen Laptops, die Leute kaufen beispielsweise Kameras, Virtual Reality Brillen." Auch die Nachfrage nach Medizinprodukten steige. Auf Vorjahresniveau sei die Nachfrage aber noch nicht.

Im Hafen Duisburg sind im April sogar mehr Güterzüge aus China angekommen als vor dem Corona-Ausbruch, wie der Hafen mitteilte. Normalerweise seien 35 bis 40 Züge in der Woche gefahren, im April seien es rund 50 gewesen. "Die pandemiebedingten Nachholeffekte im China-Geschäft spüren wir deutlich", sagte Hafen-Chef Erich Staake.

Der Sportartikelhersteller Puma geht davon aus, dass bis spätestens Juni wieder normale Geschäfte auf dem Niveau des Vorjahres auf dem chinesischen Markt erreicht werden. Derzeit kämen weniger Kunden, "aber die kaufen mehr", sagte Vorstandschef Björn Gulden.

Langsamer als erhofft erholt hat sich der chinesische Dienstleistungssektor. Das vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" errechnete Stimmungsbarometer für den Bereich lag im April bei 44,4 Punkten. Das ist zwar leicht besser als im März. Eine Zahl unter 50 Punkten deutet jedoch weiterhin auf eine rückläufige Aktivität des Sektors hin.

Beobachter fürchten, dass sich auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China zu einer zusätzlichen Belastung für den Handel entwickeln könnten. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Mittwochabend (Ortszeit): "Im Moment ist es eine Beziehung der Enttäuschung und Frustration." US-Präsident Donald Trump warf China erneut vor, das Coronavirus nicht an seinem Ursprung in Wuhan eingedämmt zu haben. "Es hätte in China gestoppt werden sollen. Es hätte direkt an der Quelle gestoppt werden sollen, und das wurde es nicht", kritisierte Trump im Weißen Haus.

Die Vereinigten Staaten halten China vor, den Ursprung des Coronavirus zu vertuschen, was in den vergangenen Wochen immer wieder harsche Reaktionen von chinesischen Diplomaten zur Folge hatte. Der Streit könnte auch zur Folge haben, dass der Handelskonflikt der beiden Weltmächte neu entflammt.
Mit besonderer Spannung wird darauf gewartet, ob – und wenn ja – welche weiteren Maßnahmen beim diesjährigen Volkskongress in Peking zur Unterstützung der Wirtschaft entschieden werden. Jedes Jahr kommen die Delegierten eigentlich im März in der Großen Halle des Volkes zu ihrer knapp zweiwöchigen Plenarsitzung zusammen. Wegen des Coronavirus-Ausbruchs wurde der Starttermin dieses Mal aber auf den 22. Mai verlegt. Chinas Wirtschaftsleistung war im ersten Quartal erstmals seit Erhebung der Daten geschrumpft.

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