USA-Geschäft dämpft Stimmung beim Modekonzern Hugo Boss

Wegen des schwächelnden Geschäfts in den USA blickt das Management des Modekonzerns Hugo Boss etwas vorsichtiger auf das laufende Jahr. Der Vorstand erwartet für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz und einen Gewinn am unteren Ende der Prognosen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mitteilte. Der Umsatz soll nun nur noch um 4 Prozent wachsen, der operative Gewinn (Ebit) nur noch um 7 Prozent.


Anleger reagierten am Donnerstag negativ auf den gedämpften Ausblick. Die Aktie des Modekonzerns verlor am Vormittag rund zwei Prozent an Wert und war damit drittschwächster Wert im MDax .

Der US-Markt sei sehr schwierig, erklärte Finanzvorstand Yves Müller. Der Tourismus dort habe nachgelassen, zudem machen dem Konzern ausgiebige Rabattschlachten zu schaffen. Hugo Boss mache da nicht in gleicher Form mit, sagte Müller. "Auch Wettbewerber tun sich schwer." Die Entwicklung in den USA sei dennoch hinter den Erwartungen des Managements zurückgeblieben. Der Umsatz sank dort im ersten Halbjahr um sechs Prozent. Das könne das Unternehmen auch im Rest des Jahres nicht mehr ausgleichen.

Deshalb rechnet Hugo Boss 2019 in den USA mit einem Umsatzrückgang von 1 bis 3 Prozent. Auch in Deutschland entwickelten sich die Umsätze in der ersten Jahreshälfte leicht rückläufig. Wachstumstreiber war in den ersten beiden Quartalen der asiatische Markt allen voran China.

Für die nächsten sechs Monate erwartet das Management eine Umsatzbeschleunigung. Dafür soll vor allem der eigene Einzelhandel mit Filialen Outlets und Online-Shops sorgen. Zuversichtlich stimmen den MDax-Konzern vor allem die Online-Umsätze, die im zweiten Halbjahr erheblich steigen sollen.

Trotz eines schwierigen Marktumfelds stieg der Umsatz währungsbereingt im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 675 Millionen Euro an und übertraf damit leicht die Prognosen der Analysten. Das operative Ergebnis legte um drei Prozent auf 76 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieb allerdings weniger übrig als noch ein Jahr zuvor. Höhere Zinsaufwendungen belasteten den Konzerngewinn, der währungsbereinigt von 54 Millionen im vergangenen Jahr auf 50 Millionen Euro schrumpfte.

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