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Veröffentlicht am
17.03.2016
Lesedauer
2 Minuten
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Uhren-Hersteller tasten sich ins Smartwatch-Geschäft vor

Von
DPA
Veröffentlicht am
17.03.2016

Die Hersteller klassischer Uhren tasten sich vorsichtig ins neue Smartwatch-Geschäft vor. Sie hoffen, eine Balance zwischen ihrem traditionellen Handwerk und vernetzten Funktionen etablieren zu können. Dabei sehen sie erste Verkaufserfolge. So bestellte TAG Heuer 60.000 Geräte seiner ersten Smartwatch "Connected" nach, nachdem die Start-Auflage von 20.000 im vergangenen Herbst schnell ausverkauft wurde.

TAG Heuer Connected


Die Nachfrage sei bereits höher, aber es werde bei den Stückzahlen bleiben, sagte TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver am Donnerstag auf der Uhrenmesse Baselworld. In einem Jahr solle in Basel ein neues Modell vorgestellt werden - "von dem wollen wir dann 200.000 Stück verkaufen". Er könne sich vorstellen, dass die Smartwatches mit der Zeit 50 oder 60 Prozent des Marken-Portfolios ausmachen könnten.

Die Marke Frederique Constant verkaufte 16.000 Mal ihre rund 1000 Euro teure "Horological Smartwatch" - eine klassische Uhr, die Fitness-Daten erfassen und ans Smartphone funken kann. Jetzt soll ein weiteres Modell für Frauen den Absatz erweitern. Auf ein ähnliches Prinzip setzt zum Beispiel auch der französische Smarthome-Spezialist Withings mit seinem Modell "Activité".

Insgesamt dominieren in den Hallen der weltgrößten Uhrenmesse weiterhin klassische Modelle mit Zifferblatt. Die Marke de Grisogono zum Beispiel hat aber einen weiteren Ansatz gefunden, sich dem neuen Markt zu nähern - mit einer Gold- und Edelstein-Verzierung für Samsung Smartwatch Gear S2. Der Schweizer Hersteller Movado kündigte dagegen eine Reihe von Smartwatch-Modellen zum Preis ab 195 Dollar an.

Samsung Gear S2 von de Grisogono - de Grisogono


Die TAG Heuer "Connected" ist eine der bisher wenigen Smartwatches mit Display eines klassischen Uhrenherstellers. Sie läuft mit dem Google -System Android Wear und wurde gemeinsam mit dem Chip-Hersteller Intel entwickelt. Mit einem Preis von 1.350 Euro ist die "Connected" drei bis vier Mal so teuer wie Android-Uhren anderer Hersteller. In zwei Jahren kann man ihr elektronisches Innenleben für noch einmal den gleichen Preis gegen ein mechanisches Laufwerk tauschen lassen. TAG Heuer rechnet im Moment damit, dass etwa jeder zehnte Käufer davon Gebrauch machen wird.

Obwohl auch die Chips inzwischen in der Schweiz produziert werden, könne die Uhr kein "Swiss Made"-Siegel bekommen, weil das Betriebssystem mit Android aus den USA stamme, sagte Biver. Er habe beim Start der "Connected" im letzten Moment noch Zweifel bekommen und die erste Auflage auf 10.000 Stück halbieren wollen, sei aber überstimmt worden.

Computer-Uhren sind ein schnell wachsendes Geschäft. Für dieses Jahr rechnet die Analysefirma IDC mit insgesamt über 33 Millionen verkauften Smartwatches. Im vergangenen Jahr wurden nach Berechnungen von Marktforschern 18 bis 20 Millionen Geräte abgesetzt, davon soll die Apple Watch rund zwei Drittel ausgemacht haben. "Wir verkaufen keine Millionen wie Apple, aber wir wollen auch nur 200.000 verkaufen", sagte Biver. Im Angebot von TAG Heuer liege die "Connected" im Bereich der "Einstiegspreise" und verleite jüngere Käufer eventuell dazu, sich später auch eine mechanische Uhr zuzulegen.
 

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