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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
02.03.2022
Lesedauer
6 Minuten
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Ukraine ruft Modebranche zu Russland-Boykott auf

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
02.03.2022

Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs am Donnerstag, 24. Februar, startete das Kaufhaus Tsum Kyiv diese Woche einen Solidaritäts-Aufruf an die internationale Modebranche. Die globale Maßnahme soll der Unterstützung der Ukraine und der "Abwehr des russischen Angriffs" dienen.


Gebäudefassade von Tsum Kyiv - Tsum


"Die Modebranche ist immer am Puls der Geschehnisse rund um die Welt. Sie hat eine starke Stimme, die es ihr ermöglicht, für ihre Ansichten einzutreten, die Welt zu beeinflussen und wirkliche Veränderungen zu bewirken. In diesen schwierigen und dunklen Zeiten für die Ukraine und die Weltgemeinschaft bitten wir Sie, diese Stimme zu nutzen, um die Ukraine zu unterstützen, die Menschheit zu schützen und uns dabei zu helfen, den Krieg zu beenden", so die Stellungnahme. Sie trug die Unterschrift von Marusya Koval, Marketingleiterin des Kaufhauses. Dieses befindet sich seit 1939 an der Kiewer Einkaufsmeile, der Khreshchatyk-Straße.

Innerhalb weniger Tage hat sich das Kaufhaus auf tragische Weise verwandelt. Bis vor kurzem schlug hier das modische Herz der Hauptstadt mit den jüngsten Entwürfen regionaler Designer und Produkten internationaler Luxushäuser. Die Käufer organisierten die letzten Details für ihre Reise an die Paris Fashion Week. Dann schloss Tsum Kyiv angesichts der herannahenden russischen Truppen die Türen, bevor die Stadt durch Angriffe und Bombardements erschüttert wurde. Nun sollen die zwei Tiefgaragenstockwerke in ein Notfallkrankenhaus umfunktioniert werden.

Aus diesem Grund appelliert Tsum Kyiv an die verschiedenen Branchen der Modeindustrie und bittet um Unterstützung der Medien, um über die Situation in der Ukraine zu berichten. Weiter sollen sie "jegliche Beziehung mit russischen Marken, Händlern und Medien" abbrechen. Die Händler bittet das Kaufhaus, den Verkauf russischer Marken on- und offline zu unterbinden. Darüber hinaus ersuchte Tsum Kyiv die Unternehmen, alle Lieferungen nach Russland auszusetzen. "Keine internationale Marke soll in Russland angeboten oder verkauft werden", ergänzte das Unternehmen, jegliche Geschäftsbeziehungen mit dem Land sollen eingefroren werden.

Kaufhäuser und Onlinehandels-Plattformen im Angesicht des Krieges



FashionNetwork.com kontaktierte in den vergangenen Stunden einige der wichtigsten europäischen Branchenvertreter, um herauszufinden, wie sie zum Boykott stehen, der die internationale Modegemeinschaft zum Handeln auffordert. Der Branchenverband IADS (International Association of Department Stores), der in engem Kontakt zu Tsum Kyiv steht, erklärte, zum jetzigen Zeitpunkt sei keine globale Übereinkunft zwischen den Verbandsmitgliedern über die angemessene Verhaltensweise getroffen worden.


Boykottaufruf der Vogue Ukraine - Instagram: Vogue Ukraine


Der französische Multimarkenhändler Le Printemps führt derzeit keine russischen Marken im Angebot. Das Unternehmen erklärte, es wolle so bald wie möglich eine Solidaritätsinitiative auf die Beine stellen. Die Kaufhauskette El Corte Inglés, das in der iberischen Halbinsel gut positioniert ist, sagte, es seien keine offiziellen Maßnahmen oder Kommunikationsstrategien im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ergriffen worden. Galeries Lafayette, Le Bon Marché, 24S und La Samaritaine haben auf die Anfrage von FashionNetwork.com noch nicht geantwortet. Eine Branchenquelle erklärte, dass die Marken zwar langsam auf die Situation reagierten, dabei jedoch vorsichtig vorgingen, um ihre russischen Kunden nicht zu verärgern und ihre Geschäftstätigkeit in Russland nicht zu gefährden.

Die Luxus-Onlineplattform Yoox Net-a-Porter zählte zu den ersten Akteuren, die zum Konflikt Stellung nahmen und bereits zu Beginn der Woche die Lieferungen aller Online-Plattformen (Yoox, The Outnet, Net-a-Porter und Mr Porter) nach Russland einstellten: "Aufgrund der aktuellen Situation sind wir nicht in der Lage, Bestellungen in Ihr Land zu senden. Die Auftragsabwicklung wurde bis auf Weiteres eingestellt", informierte das Unternehmen lapidar auf seinen russischen Websites. Andere Onlineplattformen wie Farfetch, MatchesFashion und MyTheresa haben bisher keinen Unterbruch der Geschäftsbeziehung zu Russland angekündigt.

Reaktion der Modewochen und Dachverbände



Nachdem die Mailänder Modewoche die Nachricht des Kriegsausbruchs in der Ukraine mit Ausnahme von Giorgio Armanis stiller Modenschau vorsichtig umging, reichte sie den Stab an Paris weiter. Am Montag, 28. Februar startete die Paris Fashion Week mit einer Solidaritätsbekundung in die neue Saison. Präsident Ralph Toledano erklärte, die Modewoche stehe für die emanzipatorische Funktion der Mode in unserer Gesellschaft und deutete an, dass die Veranstaltung mit der für diese dunkle Zeit angemessenen Ernsthaftigkeit begangen werden soll. Nur ein russischer Name steht auf dem Pariser Programm: Valentin Yudashkin, der seine jüngste Kollektion exklusiv in virtueller Form präsentiert.

Am zweiten Tag der Paris Fashion Week enthüllte Botter eine Jacke mit der Aufschrift "No War", sowie in Zusammenarbeit mit Adidas entstandene Schuhe in den ukrainischen Farben. Christelle Kocher von Koché trug zur Verneigung am Ende ihrer Show eine blau-gelbe Brosche. Auch die ungarische Marke Nanushka zeigte ihr Engagement mit einem Statement, das die Kollektion begleitete. Darin erklärte sich das Label mit der Ukraine solidarisch und engagierte sich dafür, Flüchtlingen Hilfe bei der Suche nach Unterkünften, Essen und Beförderungsmitteln zu bieten. Darüber hinaus bestätigte das Unternehmen die Einstellung jeglicher geschäftlicher Beziehungen zu Russland und aller Lieferungen an russische Kunden.


Nanushkas Präsentation an der PFW - Nanushka


Der Modeverband Fédération Française du Prêt à Porter bekundete in einer Mitteilung vom Dienstag, 1. März seine "bedingungslose" Unterstützung für alle Maßnahmen der französischen Regierung und der Europäischen Union. "Diese Tragödie wird die Geschäftsbeziehungen der französischen Unternehmen mit der Ukraine und Russland nachhaltig und tiefgreifend prägen. Der Verband betrauert die "menschliche Tragödie, die sich in Europa entfaltet" und bekundete seine Solidarität "mit den von dieser Krise betroffenen Mitgliedern, besonders denjenigen in der Ukraine, ihren ukrainischen und russischen Partnern, die Opfer von Entscheidungen sind, die über sie hinausgehen".

Modemagazine fordern Russland-Sperre



Ukrainische Modemagazine brachten ihre Meinung in aller Deutlichkeit zum Ausdruck: "Vogue UA fordert Embargo", so ein schwarz hinterlegter Instagram-Post, der am Dienstag auf dem Profil des ukrainischen Büros des US-Magazins veröffentlicht wurde. Die Zeitschrift unterstützt eine Exportsperre der Mode- und Luxusbranche für Russland. "Angesichts des beispiellosen militärischen Angriffs der Russischen Föderation und der wachsenden humanitären Krise in der Ukraine bittet Vogue UA alle internationalen Mode- und Luxuskonglomerate und -Unternehmen eindringlich, jegliche Zusammenarbeit mit dem Markt der Angreifer mit sofortiger Wirkung einzustellen". Das Magazin richtete einen ganz "speziellen Aufruf an die größten Akteure und Partner" der Publikation, und wandte sich mit seinen Tags an die Social Media Accounts von LVMH, Kering, Richemont, Prada Group, Swatch Group, Chanel, Hermès, Dolce & Gabbana, Max Mara, Burberry, Versace, Valentino, Hugo Boss, Calzedonia, Puig und Shiseido. "Gewissen zu zeigen und Menschlichkeit über finanzielle Gewinne zu stellen, das ist angesichts des gewaltvollen Vorgehens Russlands die einzige vernünftige Haltung". Nur wenige Stunden später schlossen sich die Zeitschriften L'Officiel Ukraine und Elle Ukraine der Forderung einer Exportsperre an. Die kämpferische Einstellung der ukrainischen Modezeitschriften fiel mit der Bombardierung der Kiewer Fernsehtürme durch Putin zusammen. Im Rahmen des Angriffs starben fünf Menschen, fünf weitere wurden verletzt.

Weitere Stimmen äußerten sich in einem offenen Brief, der von der Publikationsplattform 1 Grannary veröffentlicht wurde. Die von Olya Kuryshchuk gegründete Plattform hielt darin fest: "Wir bitten die Mode-Community und insbesondere einflussreiche Modehäuser, nicht zu schweigen, ihre Plattformen zu nutzen und konkrete Hilfe zu bieten", so das Schreiben. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels wurde das Schreiben bereits von 400 Personen unterzeichnet, darunter Koryphäen wie der Fotograf Nick Knight, die Designer Christopher und Tammy Kane, Marta Marques (Marques Almeida), Richard Malone, Ida Petersson, die Einkaufsverantwortliche von Browns, Olga Kaminska, Einkäuferin von Dover Street Market sowie verschiedene Künstler und Moderedakteure von Medien wie I-D, Vogue Italia und Dazed.

Konkrete Unterstützung kam bisher vom britischen Schuh- und Taschenunternehmen Kurt Geiger, das am Montag ankündete, den Gewinn der vergangenen Woche – GBP 50.000 – dem britischen Roten Kreuz zur Unterstützung der Ukraine zu spenden. Und der europäische Arm der amerikanischen Schuhmarke Keen sagte eine Bargeldspende von EUR 50.000 an die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Global Giving zu, um "Soforthilfe für die Bevölkerung vor Ort" zu leisten. Weiter schloss sich das Unternehmen mit den regionalen Händlern in Polen und Tschechien zusammen, um ukrainische Flüchtlinge an den Grenzen zu Polen, Ungarn und der Slowakei mit Schuhen und anderen Grundelementen auszustatten.

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