Under Armour: Situation in Nordamerika belastet Umsatzwachstum 2019

Der Sportausrüster Under Armour veröffentlichte am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognosen für 2019. Diese lagen unter den Erwartungen, da der Konzern in der Region Nordamerika von einem stagnierenden Wachstum ausgeht. In Folge sanken die Aktienkurse des Unternehmens um 11 Prozent.


Under Armour geht von einem Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent aus, Analysten rechneten mit 5Prozent - Reuters

Auch die Gewinnerwartung von Under Armour lag mit 31 bis 33 Cent pro Aktie unter den Schätzungen der Analysten von 35 Cent. Grund dafür sind die Schwierigkeiten, denen das Unternehmen im amerikanischen Markt begegnet. Aufgrund der starken Konkurrenz von Nike und Adidas gelingt es Under Armour in seinem umsatzstärksten Markt nur mit Mühe, neue Marktanteile zu erobern.

Der Sportausrüster mit Sitz in Baltimore, Maryland geht insgesamt von einem Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent aus, Analysten rechneten laut IBES-Daten von Refinitiv mit 5 Prozent.

Susan Anderson von B Riley deutete die Zahlen als Zeichen, dass der Turnaround für das Unternehmen noch in weiter Zukunft liege.

Die Bruttomarge 2018 soll außerdem stagnieren, was mit der bisherigen Prognose eines "schwachen bis leicht rückläufigen" Werts übereinstimmt.

Das durchschnittliche jährliche Wachstum (CAGR) soll im nordamerikanischen Raum von 2020 bis 2022 im niedrigen einstelligen Bereich liegen, in der EMEA-Zone um die 15 Prozent betragen, in Lateinamerika einen niedrigen zweistelligen Betrag erreichen und im Raum Asien-Pazifik um die 25 Prozent steigen.

Bis 2023 will der Hersteller des Hovr Smart Shoes zu einem Wachstum im niederen zweistelligen Bereich zurückkehren. Camilo Lyon von Canaccord Genuity geht bei der Prognose für 2023 davon aus, dass dieses Wachstum vermutlich in der zweiten Hälfte des Fünfjahreszeitraums eintreten dürfte. Er rechnet mit einem CAGR von 7,2 Prozent in der Hälfte des Zeitraums.

"Wir würden es begrüßen, wenn wir die Fähigkeit des Unternehmens, diese Ziele zu erreichen mit mehr Zuversicht betrachten könnten, doch da wir nicht tiefer in die aufgegleisten Innovationen oder die geplanten Projekte hineinblicken können, sind wir nicht in der Lage, einen kritischen Bestandteil unserer Einschätzung zu entfernen", so Lyon weiter. Er erneuert deshalb die Verkaufsempfehlung der Aktie.

Das durchschnittliche Jahreswachstum von Under Armour hat sich in den vergangenen Jahren verlangsamt und der Gesamtgewinn lag in zwei der letzten fünf Quartale unter den Erwartungen.

Ungeachtet des Einbruchs am Mittwoch ist der Wert der A-Aktien von Under Armour seit Jahresbeginn um 37,3 Prozent gestiegen.
 
Lyon kommentierte dazu: "Es ist klar, dass Under Armour nicht mehr das Wachstumsunternehmen ist, das es früher war".
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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