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Werbung
Von
Fabeau
Veröffentlicht am
03.05.2013
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3 Minuten
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Unglück in Bangladesch zieht weite Kreise

Von
Fabeau
Veröffentlicht am
03.05.2013



In Bangladesch wird weiter demonstriert. Der Westen muss sich aber auch seiner Verantwortung stellen
Nach dem Fabrikeinsturz am 24. April mit mittlerweile über 400 Toten beginnen jetzt die Schuldzuweisungen. In Bangladesch selbst sollen der Hauseigentümer, Ingenieure und Manager der diversen im Gebäude untergebrachten Textilfabriken zur Rechenschaft gezogen werden. Im Land selbst demonstrieren immer noch wütende Arbeiter, dass man die Todesstrafe gegen sie verhängt. In den Trümmern selbst, in denen seit Montag die Aufräumarbeiten begonnen haben, werden immer noch Tote geborgen.

Westliche Firmen bieten Hilfe an

Aber auch westliche Unternehmen werden in die Pflicht genommen. Der irische Modefilialist Primark, der in einer der Fabriken fertigen ließ, versprach Opfern und Hinterbliebenen finanziell zu helfen, machte aber keine Angaben zur Höhe der Kompensation. Auch die kanadische Kette Joe Fresh bot Entschädigungszahlungen an. Insgesamt sollen sich die Entschädigungszahlungen aller Unternehmen auf 30 Mio. US-Dollar zuzüglich Geld für Nothilfe-Behandlungen belaufen, schätzt die Clean Clothes Campaign (CCC). Neben Primark fielen auch die Namen anderer Mode- und Handelsunternehmen aus Nordamerika und Europa, darunter etwa Mango, Benetton, El Corte Ingles oder Bon Marche, weil sie dort in mehr oder weniger starkem Umfang fertigen ließen.Deutsche Unternehmen schienen zunächst nicht in das Unglück involviert zu sein. Nun aber sollen am Unglücksort Textilien der KiK-Hausmarke Okay gefunden worden sein, teilte die Kampagne für Saubere Kleidung, der deutsche Ableger der CCC, mit. Es ist nicht das erste Mal, dass KiK innerhalb eines Jahres im Zusammenhang mit den Missständen in solchen Fabriken und anderen Unglücken genannt wird. Das Unternehmen selbst zeigte sich überrascht von den Funden und erklärte, dass man bis 2008 mit einem Lieferanten aus dem Haus zusammengearbeitet hätte und den Vorwürfen nun nachgehen werde. Auch der Textildiscounter NKD gab zu, bis zum Herbst letzten Jahres Geschäftsbeziehungen zu Phantom Apparels, einer der dort untergebrachten Textilfabriken, unterhalten zu haben. Auch der TÜV Rheinland wurde von dem Verein kritisiert, da dessen Gutachter eine der Fabriken in 2011 und 2012 auditiert haben soll und keine Baumängel festgestellt worden seien. Der Verein mutmaßte sogar, dass sich die Gutachten bestechen ließen. Der TÜV Rheinland wies diese Behauptung als „irreführend und falsch“ zurück, da etwaige Baumängel gar nicht Gegenstand des Audits waren, sondern soziale und ethische Kriterien, und deren Überprüfung nach den festgelegten Regeln des BSCI- bzw. des SEDEX-Standards vorgenommen wurde.

EU Politiker besorgt

Nichtsdestotrotz kommt es mittlerweile auch in der Politik an, dass bei der Textilproduktion in Fernost ein extremes Ungleichgewicht herrscht: Während westliche Konsumenten sich jede Saison (oder sogar noch öfter) mit mehr oder weniger billige Textilien eindecken, arbeiten bangladesische oder pakistanische ArbeiterInnen zu Hungerlöhnen und unter Lebensgefahr. Daher erfährt die CCC nun Unterstützung von der EU-Kommision: Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und EU-Handelskommissar Karel De Gucht forderten Bangladesch auf, internationale Sicherheitsstandards einzuhalten. Die Arbeitsbedingungen im Land böten großen Anlass zur Sorge – sowohl aus sicherheits- als auch gesundheitstechnischer Sicht. Mit einem Handelsvolumen von 22,4 Mrd. Dollar sei die EU größter Handelspartner des Landes und biete Bangladesch daher bei der Umsetzung internationaler Standards behilflich zu sein. Unterdessen trafen sich in Dhaka auch Vertreter von 45 Unternehmen, darunter H&M, JC Penney, GapNike, Wal-Mart, um mit dem Verband der Textilexporteure Bangladeschs über Sicherheitsstandards zu sprechen.

Foto: via flickr / uncultured

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