Unilever verzeichnet Umsatz- und Gewinnrückgang

Der britisch-niederländische Verbraucherkonzern Unilever gab einen Rückgang von Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2018 bekannt. Die Märkte blieben "herausfordernd", Grund dafür sei auch der Standortwechsel von London nach Rotterdam. 

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Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten um 5 % auf 26,4 Mrd. Euro zurück, gegenüber 27,7 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sank um 2,4 % auf 3,2 Mrd. Euro.

Das Unternehmen, zu dessen Portfolio mehr als 400 Haushaltsmarken gehören, gab in einer Erklärung bekannt, es sei "eine solide Allround-Performance mit einigen herausfordernden Märkten".

Der Vorstandsvorsitzende Paul Polman betonte, dass seine Prognose für das Gesamtjahr unverändert sei, und fügte hinzu, dass das Rotterdamer Unternehmen ein Umsatzwachstum von 3 % bis 5 % im Jahr 2018 erwarte.

Der Bereich "Beauty & Personal Care" bot gute Nachrichten und führte sein Wachstum weiter fort. Grund dafür seien "Innovationen hinter globalen und lokalen Marken, während das Portfolio um attraktive Segmente und Kanäle erweitert wird."

Der Bereich "Hautpflege" schnitt gut ab, "angetrieben von Vaselines erfolgreicher Marktentwicklungskampagne durch Ponds und Lakme in Indien."

Das Prestige-Geschäft "verzeichnete ein starkes Wachstum im ersten Halbjahr von mehr als 6 %." Die Akquisitionen im Jahr 2017, darunter Carver, Sundial Brands und Schmidt's stiegen ebenfalls und "werden ab 12 Monaten nach Fertigstellung zur Umsatzsteigerung beitragen."

Der Bereich Hautreinigung lieferte auch "ein gutes Wachstum, unterstützt durch neue Premium-Formate." Dazu gehörten Schaumtexturen in Sprayflaschen, die über fünf Marken in Europa lanciert wurden und eine verbesserte sensorische Erfahrung bieten, sowie die Einführung von Dove Body Polish in Nordamerika.

Im Haarpflege-Segment wurde das volumengetriebene Wachstum von Sunsilk und Dove fortgeführt, "die durch ihre erfolgreiche Expansion in die Bereiche der natürlichen Produkte mit trendigen Inhaltsstoffen unterstützen. 

Unilever wurde im Jahr 1930 durch eine Fusion des niederländischen Margarineherstellers Margarien Unie mit dem britischen Seifensieder Lever Brothers gegründet.

Bis heute verfügt es über eine Managementstruktur mit Doppelspitze und Notierungen an den Börsen in London, Amsterdam und New York.

Im März gab das Unternehmen bekannt, dass es die Niederlande als Standort für sein Hauptquartier wählt, was Großbritanniens Bemühungen, multinationale Unternehmen vor dem Brexit zu halten, einen Schlag versetzte.

Dieser Schritt folgte nach einem gescheiterten Übernahmeversuch vom US-Rivalen Kraft Heinz im vergangenen Jahr. Laut Analysten spielte das eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung von Unilever, sein Hauptquartier in die Niederlande zu verlegen, da dort strengere Gesetze herrschen, um Unternehmen vor Übernahmen zu schützen.

Aber Unilvers Entscheidung London zu verlassen, hat viele Anleger in Unruhe versetzt, da das Unternehmen gezwungen sein könnte, sich vom begehrten FSTE 100-Aktienmarkt zurückzuziehen.

Unilever gab am Donnerstag bekannt, dass es am 25. und 26. Oktober eine Hauptversammlung für seine Aktionäre zu diesem Thema abhalten werde. Sechs Wochen vorher sollen Dokumenten an die Anleger verschickt werden, um sie über die derzeitige Position des Konzerns zu informieren. 

Zusätzliche Berichterstattung von Sandra Halliday
 

Übersetzt von Eva Bolhoefer

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