VF Corp: Enttäuschende Umsatzprognosen für 2020

Die von VF Corp veröffentlichten Umsatz- und Gewinnprognosen für das kommende Jahr liegen unter den Erwartungen. Grund dafür sind die schleppende Nachfrage bei der Outdoor-Marke The North Face und dem Sneaker-Label Vans. Der Aktienwert bricht um die 7 Prozent ein.


House of Vans bleibt treibende Kraft des Konzerns - DR


Das Unternehmen will sich stärker auf sein margenstarken Markenkonzepte konzentrieren und gliedert deshalb seine weniger rentable Jeanssparte aus, darunter Lee und Wrangler. Die Trennung wird noch diese Woche abgeschlossen.

Das Unternehmen führte bei seinen Marken neue Kollektionen ein, um den Umsatz anzukurbeln, ging mit Beständen restriktiv um und verzichte auf Rabatt-Verkäufe. Doch zahlten sich die Bemühungen nicht aus.

Das Unternehmen geht für das kommende Jahr davon aus, dass das Umsatzwachstum im Activewear-Segment, zu dem auch Vans zählt, weiter abnimmt.

Der für das Jahr 2020 prognostizierte Umsatz liegt mit einer Spannbreite von USD 11,7 bis 11,8 Milliarden (EUR 10,5 bis 10,6 Mrd.) deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die laut den I/B/E/S-Daten von Refinitiv durchschnittlich von USD 14,6 Milliarden (EUR 13,1 Mrd.) ausgegangen waren. Für das Gesamtjahr rechnet VF Corp im Activewear-Segment mit einem Plus von 6 bis 7 Prozent, wo das Unternehmen 2019 ein Wachstum um 16 Prozent verzeichnete.

"Wenn man bedenkt, dass Vans als größte Marke des Portfolios mit dieser Prognose eher an seinem langfristigen Wachstum von 10 bis 12 Prozent festhalten wird, so ist der Ausblick nach dem 24-prozentigen Wachstum im Geschäftsjahr 2019 sicherlich etwas konservativ", so RBC-Analyst Kate Fitzsimons.



The North Face lieferte auch 2019 ein starkes Wachstum - DR

Das Unternehmen schätzt das Wachstum im Outdoor-Segment auf 4 bis 5 Prozent, im Vergleich dazu stieg der Vergleichswert im Jahr 2019 um 9 Prozent.

VF Corp rechnet außerdem mit einem bereinigten Jahresgewinn von USD 3,30 bis 3,35 (EUR 2,96 bis 3,00) pro Aktie. Analysten waren von einem Gewinn von USD 4,25 (EUR 3,82) ausgegangen.

Der schwache Jahresausblick trübte die Ankündigung der über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnisse des Konzerns. Der bereinigte Gewinn belief sich im vierten Quartal (Stichtag: 30. März) auf USD 0.60 (EUR 0,54) pro Aktie und lag damit über der Schätzung der Analysten von USD 0,58 (EUR 0,52).

Bei Vans ergab sich im vergangenen Quartal ein 14-prozentiges Wachstum, im Vergleichsquartal hatte die für ihre ikonischen Schlupfschuhe bekannte Marke ein Plus von 45 Prozent erwirtschaftet. The North Face schloss das Quartal mit einem 8-prozentigen Anstieg, der Vergleichswert aus dem Vorjahr lag bei 11 Prozent.

Die Gesamteinnahmen verbesserten sich um 5,5 Prozent auf USD 3,21 Milliarden (EUR 2,88 Mrd.) und kamen somit nur knapp über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von USD 3,20 Milliarden (EUR 2,87 Mrd.) zu liegen, die sich auf I/B/E/S-Daten von Refinitiv stützten.

Der Aktienwert sank im frühen Handel um rund 7 Prozent auf USD 86 (EUR 77). Im bisherigen Jahresverlauf legte der Titel um 29 Prozent zu und schnitt besser ab als die Aktien des breiteren S&P 500 Indexes, die im selben Zeitraum nur 14,3 Prozent hinzugewannen.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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