Valentino will sich nach Umsatzeinbruch „verjüngen“

 
Es scheint so, als würde die Finanzkrise die Zahlen einige großer italienischer Modehäuser richtig vermiesen. Nach Versace vermeldet jetzt auch die Mailänder Valentino Fashion Group (VFG) einen Umsatzeinbruch und rote Zahlen. Der Modekonzern hat für das Geschäftsjahr 2009 einen Umsatzrückgang von 8% auf 464 Mio. Euro hinnehmen müssen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen bei minus 4,4 Mio. Euro. Im letzten Jahr hatte das Unternehmen noch ein Ebitda von 38,6 Mio. Euro.
Stefano Sassi, CEO der Gruppe, rechnet aber bereits im laufenden Geschäftsjahr mit einer erheblichen Verbesserung. „Im Retailgeschäft haben wir in der ersten Hälfte des Jahres ein Umsatzwachstum von 15 Prozent erreicht. Wir hoffen, dass die Umsätze für das Gesamtgeschäftsjahr wieder auf dem Niveau von 2008 liegen werden“, erklärte er dem Blatt Il Sole 24 Ore. Die Wholesale-Umsätze sollen die Wachstumsmarke von 25% überschreiten.
 
[gallery]Die ersten Anzeichen der Besserung sind dem Kreativteam Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli zu verdanken. Das Valentino-Designer-Duo setzt verstärkt auf eine Verbreitung der Kundenbasis und Diversifizierung. Das Modehaus möchte insbesondere jüngere Kunden gewinnen und setzt daher auf junge, moderne aber tragbare Mode. Die Strategie geht auf: in den USA verdoppelten sich die Umsätze und das Schuhsegment konnte um 50% wachsen.
Sassi bestätigte überdies, dass die Investmentgruppe Permira, die die Valentino Fashion Group zusammen mit der Familie Marzotto kontrolliert, mittel- oder langfristig plant, durch einen Börsengang oder einen Verkauf aus der VFG auszusteigen.
Seit 2007 ist der Private Equity Investor Permira im Besitz der Gruppe, die neben der Marke Valentino auch Lizenznehmer für MCS Marlboro Classics und M Missioni ist. Ende 2009 gliederte Permira die Hugo Boss AG, an der die VFG bis dato eine Mehrheit hielt, aus der Gruppe heraus und führt sie seitdem direkt über die direkt unter der Luxemburger Holdinggesellschaft Red & Black Lux S.à r. l.

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