Vente Privée verabschiedet sich vom US-Markt

Ein jähes Ende des „American Dream“ oder lediglich Unstimmigkeiten zwischen zwei Partnern? Der weltweit führende Kreditkartenanbieter American Express kündigte am Montag an, das Joint Venture mit dem französischen Shopping-Club Vente Privée zum Ende des Jahres zu beenden. Der französische Partner bestätigte die Information und gab an, sich auf sein Europa-Geschäft konzentrieren zu wollen. Das amerikanische Geschäftsmodell solle überarbeitet werden.

Vente Privée ist der größte Shopping-Club Frankreichs. 2011 wagte er den Sprung über den Atlantik. Er schloss ein Abkommen mit American Express ab, um eine wohlhabende Kundschaft anzusprechen, die bereits über die Kreditkarte des Konzerns verfügt.

„Da der eingeschlagene Weg zur Profitabilität länger ausfiel, als erwartet, haben beide Unternehmen entschieden, sich anderen Prioritäten zu widmen“, erklärte Leah Gerstner, Pressesprecherin von American Express, laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei der Präsentation des Projekts im Jahr 2011 freute sich der Mitbegründer von Vente Privée, Jacques-Antoine Granjon, darüber, den richtigen Partner für eine schrittweise Eroberung des amerikanischen Marktes gefunden zu haben. Er setzte sich ein Umsatzziel von einer halben Milliarde Dollar im Vier-Jahres-Horizont. Doch 2013 betrug der US-Umsatz nur gerade 50 Millionen Dollar. „Es gibt zahlreiche amerikanische Anbieter, die nach Europa kommen. Heute kommt nun ein französischer Anbieter mit seinem eigenen Modell in die USA. Wir haben ein Modell erfunden, das die Amerikaner noch nicht erfunden haben“, freute sich damals der Präsident von Vente Privée im Sitz des Joint Ventures in New York.

Vente Privée wurde 2001 in Frankreich gegründet und hat sich seit seinen Anfängen auf weitere Bereiche wie Reisen, Wein und Eventtickets diversifiziert. Das Unternehmen ist in zahlreichen Ländern in ganz Europa vertreten, doch der Sprung ins Shopping-Club-Eldorado Amerika ist ihm nicht gelungen.

2013 erwirtschaftete Vente Privée mit 1,6 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 23 Prozent.
 

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