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Werbung

Verköstigung der Fashionistas: Gucci wendet sich der gehobenen Küche zu

Von
Reuters API
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
today 10.01.2018
Lesedauer
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Es ist alles eine Frage des Geschmacks. Luxuslabels sind es gewohnt, Fashionistas zu verführen und tun dies nicht nur mit Haute Couture, sondern jetzt auch mit Haute Cuisine.

Luxuslabels sind es gewohnt, Fashionistas zu verführen und tun dies nicht nur mit Haute Couture, sondern jetzt auch mit Haute Cuisine. - Archiv


Gucci eröffnete am Dienstag in Florenz ein Restaurant mit 50 Plätzen, Gucci Osteria, wo der Drei-Sterne-Koch Massimo Bottura hochwertige Gerichte serviert.

Das italienische Modehaus, das sich im Besitz von Kering befindet, ist nicht das einzige Luxusunternehmen, das sich mit Lebensmitteln beschäftigt. LVMH kündigte Ende letzten Jahres an, eine zweite Marke seines Gourmet-Lebensmittelgeschäfts La Grande Epicerie in Paris zu eröffnen, nur Tage bevor Tiffany's & Co sein Blue Box Cafe in New York eröffnete.

"Die großen Marken verfolgen, wohin das Geld ihrer gut zahlenden Kunden fließt", sagte Fabrizio Pini, Professor und Co-Direktor des International Master in Luxury Management der Mailänder Business School MIP Politecnico.

Gucci und seine Konkurrenten erwarten von diesen Investitionen vorläufig keine signifikanten finanziellen Erträge, aber sie werden als Mittel zur Stärkung ihrer globalen Marken angesehen. In einigen Fällen können Restaurants auch eine Möglichkeit sein, das Beste aus großen, innerstädtischen Ladenlokalen herauszuholen, da die Kunden zunehmend online einkaufen.

Das Restaurant Gucci befindet sich hinter den Mauern des Palazzo della Mercanzia aus dem 14. Jahrhundert mit Blick auf den berühmtesten Platz der Stadt, die Piazza della Signoria. Besucher können sich mit Parmigiano Reggiano Tortellini, peruanisch inspirierten Tostadas, Schweinebauchbrötchen und Pilzrisotto für 20 bis 30 Euro pro Gericht verwöhnen lassen.

Wenige Strategien sind jedoch risikofrei. Bernstein-Analyst Mario Ortelli erklärte, dass Luxusunternehmen, wenn sie keine gastronomische Erfahrung bieten, die zu ihren anderen Waren passt, ihre Marken verwässern könnten. "Die Erfahrung muss luxuriös und erkennbar sein", betonte er.

Während Labels mit diesen Investitionen eher nach Marketing als nach Gewinnen Ausschau halten, könnte eine Präsenz im Lebensmittelbereich auf lange Sicht eine gewisse finanzielle Rendite bringen.

Mit einem weltweiten Luxusmarkt von schätzungsweise 1,2 Billionen Euro im Jahr 2017, Verkäufen von Luxusweinen und -spirituosen sowie Nahrungsmitteln im Wert von knapp 120 Milliarden Euro wuchs der Umsatz im vergangenen Jahr um 6 Prozent. Und somit mehr als der persönlicher Luxusgüter wie Taschen, Schuhe und Bekleidung, so der jährliche Branchenbericht von Bain & Co.

"Essen ist Luxus genauso wie Mode", sagte Stefano Cantino, strategischer Marketingdirektor bei Prada, dem Eigentümer der exklusiven Mailänder Patisserie Marchesi. "Die Barrieren wurden durchbrochen."

Das Restaurant Gucci Osteria ist Teil des "Gucci Garden", der einen Ausstellungsbereich, eine basarähnliche Boutique und einen Kinosaal umfasst. "Haute Couture und Haute Cuisine sind ein himmlisches Rezept", erklärte Bottura den Reportern.

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