Versandhändler Otto will App-Dienste für Kunden ausbauen

Der Versandhändler Otto will im Wettbewerb des Online-Handels den Ausbau seiner mobilen Anwendungen vorantreiben. "Der Fokus liegt darauf, dass wir technologisch einen deutlichen Schritt vorwärts machen", sagte der Vorstandschef der Otto-Einzelgesellschaft, Marc Opelt, am Montag in Hamburg. Das Unternehmen will wie im Vorjahr erneut 100 Millionen Euro in Technologie und neue Arbeitsplätze investieren. Es gebe durchschnittlich rund 400 bis 500 offene Stellen, sagte Opelt.

Blick auf die Zentrale des Hamburger Handelskonzerns. - Otto Group

Die Einzelgesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 8,0 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro verzeichnet. Damit habe Otto ein sehr gutes Jahr 2018/19 (28. Februar) verzeichnet, sagte Opelt. Er erwartet für das neue Geschäftsjahr einen Wachstumssprung in ähnlichem Umfang. Der Umsatz entfällt zu jeweils rund einem Drittel auf Bekleidung, Möbel und Elektrogeräte nebst Unterhaltungselektronik.

Sieben Millionen Menschen kauften im vergangenen Jahr über Otto.de ein, darunter waren rund zwei Millionen Neukunden. Erstmals habe mehr als die Hälfte Waren über Smartphones oder Tablets erworben. Seit Mitte 2017 arbeitet das Unternehmen daran, seine Handelsplattform für Partner und neue Marken zu öffnen. Mittlerweile seien 400 Fremdanbieter dabei, 3.000 sollen es im Jahr 2020 sein, berichtete Opelt.

Mit dem Kauf des Startups Orderthis will Otto von der Entwicklung smarter Haushaltsgeräte profitieren. Die von der Firma entwickelte Software verbindet Onlineshops – wie Otto – mit internetfähigen Haushaltsgeräten und löst rechtzeitig die Bestellung für absehbar fehlende Geschirrspüler-Tabs, Kaffeebohnen oder Waschpulver aus. "Die Ware kommt bevor die Ware zuhause fehlt", erläuterte der für "Otto ready" verantwortliche Jörg Heinemann. Als erstes Projekt mit "Home Connect" ist die Nachbestellung von Tabs gestartet.

Außerdem hat Otto seine App "yourhome" ausgebaut und ermöglicht, Möbelstücke in die eigenen vier Wände zu projizieren. Hierfür stünden bislang 1.400 Produkte bereit, erläuterte ein Otto-Mitarbeiter. Für die Darstellung der Wohnwelten werden keine Fotos mehr benötigt: Sie entstehen den Angaben zufolge mithilfe von Konstruktionsdaten oder 3-D-Modellen. So sei es für Kunden möglich, beispielsweise bei Küchen viel mehr Materialien und Farben online zu kombinieren.

Für den Online-Händler Otto.de arbeiten rund 4.900 Menschen, davon 3.000 am Firmensitz Hamburg. Die Versandhandelstochter gehört zum internationalen Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group. Weitere rund 100 Millionen Euro fließen in den Umbau der Firmenzentrale von Otto.de. Dazu wurde ein achtstöckiges, 100 Meter langes ehemaliges Lagerhaus entkernt und wird nun auf 40.000 Quadratmetern bis 2022 für das mobile Arbeiten fit gemacht. Um ein Atrium sollen sich rund 1.800 Mitarbeiter auf Loft-Etagen ohne feste Arbeitsplätze gruppieren. "Auch die Vorstände werden keine eigenen Büros mehr haben, sondern in die Fläche ziehen", kündigte Opelt an.

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