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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
15.12.2021
Lesedauer
4 Minuten
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Vetements ernennt Guram Gvasalia zum neuen Kreativdirektor

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
15.12.2021

Staffelübergabe bei Vetements: Das avantgardistische Modelabel hat Guram Gvasalia zum neuen Kreativdirektor ernannt. Damit tritt er die Nachfolge seines Bruders Demna an.

Guram Gvasalia


"Alles hat seine Zeit. Es ist Zeit für mich, hervorzutreten! Mit der Herbst/Winterkollektion 22/23 habe ich die Marke übernommen und beschlossen, als Kreativdirektor des Hauses einzuspringen", so Guram in einer emotionalen Mitteilung.
 
Die Ankündigung kommt etwas überraschend, denn Demna hatte sich bereits als Designer der jüngsten Kollektion von Vetements ausgegeben, die am Abend des 25. November online vorgestellt wurde. Die als digitales Lookbook präsentierte Kollektion kam als Ode an Bitcoin-Milliardäre daher und wurde vor einem Hintergrund aus grünen Scheinen mit der Aufschrift "One Million Dollar" fotografiert.

"In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Versuche, Vetements das zu nehmen, was schon immer zu Vetements gehört hat. Um unsere harte Arbeit, die Codes und die DNA von Vetements zu schützen, wusste ich, was ich zu tun hatte, um die ursprünglichen Rechte von Vetements zurückzufordern", so Guram weiter.

Die beiden Brüder – mit Demna als Designer und Guram als CEO – starteten Vetements 2014 in Paris als Kollektiv und präsentierten die ersten Kollektionen in ausgefallenen Schwulenclubs oder geschichtsträchtigen Kirchen. Fast über Nacht erlangte die Marke mit ihrer Mischung aus Streetstyle, übertriebenem Volumen und Logo-Exzentrik sofort weltweite Aufmerksamkeit. Mit der Begeisterung und dem Einfluss von Vetements im Rücken wurde Demna im Jahr 2015 zum Kreativdirektor von Balenciaga ernannt.
 
Geboren in Suchumi, der Hauptstadt der georgischen Provinz Abchasien, war die Familie Gvasalia in den 1990er Jahren gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen, nachdem Russland in der Region einen Aufstand angezettelt und einen sogenannten neuen Staat gegründet hatte, der international nie anerkannt wurde.
 
"Vetements ist für mich mehr als eine Marke. Ihre DNA liegt mir im Blut. Aber sie ist nicht der einzige Grund, warum ich dies tue. Es stimmt, ich hätte es auch heimlich tun können, denn ich bin ein sehr privater Mensch. Aber ich hatte das Bedürfnis, mich öffentlich zu outen, für all die Kinder da draußen, die von Mode träumen, aber zu viel Angst haben, es ihren Eltern zu sagen, die es nicht gutheißen würden. Für all die Kinder, die keine Mittel haben, um die schicken Designschulen mit ihren 50 bis 100.000 Euro Studiengebühren im Jahr zu bezahlen. Diejenigen, die tagsüber jobben müssen, um ihre Rechnungen zu bezahlen, während sie sich nachts selbst Design beibringen. Für diejenigen, die aus unterprivilegierten Familien stammen und das Gefühl haben, niemals zur Modewelt zu gehören. Das alles ist meine Geschichte. Ich bin ein Flüchtling. Meine Familie hat während des Krieges alles verloren, was wir hatten. Keiner von uns sprach eine andere Sprache, als wir nach Europa flohen. Wir lebten in Flüchtlingslagern", erklärte Guram in der Mitteilung.
 
"Auf die Modeschule zu gehen, kam für mich nicht in Frage, meine Eltern hätten es nie zugelassen, da mein Bruder bereits als verlorener Fall galt und ich die einzige Hoffnung war, die Familie zu ernähren. Aber ich möchte allen, die das lesen, sagen, dass nichts davon euer Potenzial definieren oder einschränken sollte. Es ist wichtig, Menschen in seinem Leben zu haben, die an einen glauben, aber es nützt nichts, wenn man nicht an sich selbst glaubt. Dein Hintergrund ist nicht das, was du bist. Wo du herkommst, ist nicht dein endgültiges Ziel, sondern dein Ausgangspunkt", fügte Guram hinzu.

Vetements, Herbst/Winter 2022/23 - Photo: Courtesy of Vetements

 
In den vergangenen zwei Jahren war Demna bei Vetements weitgehend abwesend, ohne den Titel des Kreativdirektors des Hauses offiziell abzugeben. Suchumi gilt oft als Geburtsort der klassischen mythologischen Figuren Kastor und Pollux, der Dioskuren, die Schutzpatrone der Reisenden und Seeleute waren und angerufen wurden, um günstige Winde zu finden.
 
Bevor er seine erste Kollektion für Vetements entwarf, war Guram CEO des Unternehmens und verlegte den Firmensitz von Paris nach Zürich, angeblich aus steuerlichen Gründen. In seiner heutigen Erklärung betonte er jedoch, dass er seither zwei Jahre damit verbracht hat, "die technische Seite zu studieren und zu lernen – von der Mustererstellung und Konstruktion bis hin zum theoretischen Aspekt des Designs". 
 
Gurams Entscheidung, die kreative Leitung bei Vetements zu übernehmen, bedeutet, dass sich sein weitaus berühmterer Bruder auf seine Hauptaufgabe konzentrieren kann, nämlich auf seine Rolle als Kreativdirektor von Balenciaga, einer wichtigen Marke innerhalb des riesigen französischen Luxuskonzerns Kering, der auch Gucci und Saint Laurent kontrolliert.
 
Ironischerweise beendete Guram seine Erklärung auch mit einem Angriff auf das Großkapital.
 
"Ich möchte sicherstellen, dass alle jungen Leute da draußen wissen, dass man keine reichen Eltern haben muss, dass man keinen Investor braucht, dass man seine Seele nicht an große, böse Konzerne verkaufen muss – man kann es selbst schaffen. Ihr könnt euer Leben mit eurer eigenen Kreativität und Leidenschaft verändern", schloss er.

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