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Werbung

Von Henkel zu Adidas: Rorsted wechselt den Chefsessel

Von
DPA
Veröffentlicht am
today 18.01.2016
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Überraschender Wechsel: Henkel -Chef Kasper Rorsted verlässt nach acht Jahren den Düsseldorfer Konsumgüterhersteller und übernimmt die Leitung von Europas größtem Sportartikel-Hersteller Adidas . Bereits Anfang Oktober soll Rorsted den Chefsessel in Herzogenaurach übernehmen, wie Adidas am Montag mitteilte. Seinen Posten bei Henkel übergibt er Ende April an den bisherigen Chef der Kosmetiksparte Hans Van Bylen, wie Henkel ankündigte.

Henkel


Der 53-jährige Däne Rorsted hatte die Leitung des Henkel-Konzerns 2008 in einem schwierigen Marktumfeld übernommen und Umsatz und Profitabilität deutlich gesteigert. Der Börsenwert des Konzerns sei seit seinem Amtsantritt "um mehr als das Dreifache" gestiegen, lobte die Henkel-Chefaufseherin Simone Bagel-Trah die Verdienste des scheidenden Managers.

Suche nach neuen Aufgaben

Rorsteds Vertrag bei Henkel lief eigentlich noch bis Ende 2017. Doch war dem Dänen schon seit längerer Zeit nachgesagt worden, er suche neue Aufgaben. Aufsichtsratschefin Bagel-Trah hatte dies kürzlich noch mit den Worten kommentiert: "Dass er auf Wunschlisten anderer Aufsichtsratschefs auftaucht, kann ich nicht verhindern aber nachvollziehen. Das ist ein Kompliment für seine Leistung."

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Henkel einerseits mit Rekordzahlen glänzt, andererseits aber durchaus Baustellen im Unternehmen vorhanden sind. Die Russland-Krise belastet den Konsumgüterhersteller. Im US-Geschäft musste Rorsted nach Problemen hart durchgreifen. Außerdem schwächelte zuletzt das Wachstum in der wichtigen Klebstoffsparte. Im Oktober kündigte der Konzern den Abbau von 1200 Stellen in diesem Bereich an. Auch im Übernahmekampf um die Friseurmarke Wella, die vom US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble zum Verkauf gestellt wurde, zog Henkel den Kürzeren.

Hainer scheidet frühzeitig aus

Für Adidas beendet die Berufung von Rorsted unerwartet schnell die Nachfolgediskussion. Firmenchef Herbert Hainer hatte erst kürzlich seinen Vertrag um eineinhalb Jahre bis zum Frühjahr 2017 verlängert, "damit der Aufsichtsrat genügend Zeit hat, um den besten Kandidaten fürs Unternehmen zu finden". Nun soll es allerdings schneller gehen. In einer außerordentlichen Sitzung berief der Aufsichtsrat Rorstedt mit Wirkung zum 1. August in den Vorstand. Ab dem 1. Oktober soll Rorsted dann den Vorsitz des Gremiums übernehmen. Hainer scheidet dann aus der Führungsspitze aus.

Der 61-Jährige leitet den Nike-Konkurrenten seit 2001 und darf sich damit der am längsten amtierende Dax-Vorstand nennen. Nach vielen erfolgreichen Jahren war Hainer aber zuletzt stark unter Beschuss geratenen. Der Abstand zum Branchenersten Nike war größer geworden, und in den USA hatte der kleinere Rivale Under Armour die Franken plötzlich abgehängt. Nach mehreren Gewinnwarnungen machten Ende 2014 Rufe nach einer Abberufung Hainers die Runde.

Um einen Neuanfang zu gewährleisten, hatten einige Adidas-Investoren wie beispielsweise die Fondsgesellschaft Union Investment sich für eine externe Lösung stark gemacht. Mit Rorsted als neuen Mann an der Adidas-Spitze zeigte sich Fondsmanager Ingo Speich daher auch zufrieden. "Wir begrüßen die Ernennung von Herrn Rorsted zum Nachfolger von Herrn Hainer und hoffen, dass damit die lange Durststrecke bei der Profitabilität von Adidas zu Ende geht. Die Kursreaktion spricht eine deutliche Sprache." Adidas-Papiere kletterten zuletzt um 6,18 Prozent auf 89,20 Euro und waren damit Spitzenreiter im Dax. Henkel-Papiere bildeten mit minus 4,16 Prozent auf 89,32 Euro das Schlusslicht.

"Rorsted hatte ein sehr gutes Standing und ist ein guter Mann", begründete ein Börsianer die Einbußen bei Henkel-Aktien. Aktienhändler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner rechnet aber nur mit einer vorübergehenden Kursschwäche. Mit dem Nachfolger van Bylen sei ein ebenfalls guter Manager aus den eigenen Reihen gefunden worden, sagte er.

Van Balen kann neue Strategie bei Henkel vorstellen 

Bei Henkel ermöglicht es der überraschend kurzfristige Wechsel dem designierten neuen Vorstandsvorsitzenden Van Bylen, bereits der anstehenden Entwicklung der Strategie für die Jahre 2017 bis 2020 seinen Stempel aufzudrücken. Der Konzern will diese Pläne Ende des Jahres vorstellen.

Der neue Henkel-Chef ist Belgier, verheiratet und hat drei Kinder. Er ist ein Jahr älter als Rorsted und arbeitet bereits seit 1984 für das Unternehmen. Seit 2005 steht der Manager an der Spitze der Kosmetiksparte.
 

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