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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
12.02.2021
Lesedauer
3 Minuten
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Wanna verführt Luxuspartner mit einzigartiger AR-Technologie

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
12.02.2021

In einer Zeit, in der viele Mode- und Luxushäuser stark unter der Pandemie leiden, war das Gespräch mit Sergey Arkhangelskiy erfrischend. Sein IT-Start-Up Wanna, das sich auf Assisted Reality spezialisiert, arbeitet mit Branchengrößen wie Gucci, Farfetch und Puma zusammen – und rechnet dieses Jahr mit einer Wachstumsrate von 200 Prozent.


Image: Wanna - Foto: Wanna


Das Unternehmen ist hauptsächlich in Belarus ansässig und ist für die Apps Wanna Watch, Wanna Kicks und Wanna Nails verantwortlich. Seine intelligente AR-Technologie zum Anprobieren von Produkten sorgt für große Aufmerksamkeit – nicht zuletzt durch die medienwirksamen Geldgeber. Das Supermodel Natalia Vodianova beispielsweise ist sowohl Angel Investor als auch Brand Promoter für das Start-up.

Das 2017 gegründete Unternehmen unterzeichnete im vergangenen Sommer ein Abkommen mi Gucci und launchte Anfang August seine neue Technologie. Diese ermöglicht es Kunden, Sneaker und Uhren virtuell anzuprobieren. Nun arbeitet das Start-up auch mit der berühmten Londoner Boutique Browns zusammen, um den Kunden eine virtuelle Erfahrung zu ermöglichen.

Das Unternehmen stellt den Luxusmarken oder Onlinehändlern monatliche Gebühren für die Benutzung der Technologie in Rechnung. "Wir haben verschiedene Größenordnungen, vom mittleren Tausenderbereich bis hin zu über EUR 20.000 je nach Komplexität des Projekts", erklärte der Informatikabsolvent Arkhangelskiy, der in Moskau wohnt.

Im vergangenen Jahr erzielte Wanna mit monatlichen Lizenzgebühren einen Umsatz von rund EUR 1 Millionen. Das Start-up rechnet damit, bis 2021 das Dreifache davon zu erreichen. Mit rund 15 Bezahlkunden, darunter La Moda in Russland, The Iconic in Australien und die amerikanische Sneaker-Plattform Goat.com, in die das Finanzvehikel der Pinault-Familie, Artemis, vor Kurzem investierte.

"Covid war für diese Art technologische Lösung wirklich gut. Diese stützt sich auf unsere eigene Technik, die wir kontrollieren. Potenzielle Konkurrenten können aber jederzeit auftauchen, so müssen wir die Technologie ständig verbessern, wie auch die Stabilität und die Qualität der Bilder. Wir wollen die gesamte Branche bedienen", strahlt Arkhangelskiy, der zehn Jahre lang für Google gearbeitet hatte, darunter drei Jahre im Silicon Valley.

Natalia Vodianova als Angel Investor – in ungenannter Höhe – bietet dem Unternehmen Zugang zu wichtigen Branchenakteuren. "Natalia ist sehr gut vernetzt", gibt Arkhangelskiy zu. Er überblickt ein 45-köpfiges Team, das Angestellte in Minsk, der Ukraine, Litauen und sogar ein paar russische Expats in Paris umfasst. Der wichtigste Anteilseigner ist Chief Product Officer Boris Khvostichenko, aber auch Palta.com investierte in das Unternehmen.

Wanna entwickelte seine Technologie zunächst für Frauen, um Nagellack anzuobieren, doch der "Heilige Gral", so Arkhangelskiy, sei die Entwicklung einer wirklich fortschrittlichen Assisted Reality-Technologie für das Anprobieren von Kleidungsstücken. Wanna ortet auch in der Uhrenbranche ein großes Wachstumspotenzial, besonders da alle wichtigen Uhrenmessen aufgrund der Pandemie abgesagt werden mussten.

"Die Uhrenindustrie steht unter großem Innovationsdruck und dabei können wir helfen. Uhren werden zwar hauptsächlich von älteren Verbrauchern gekauft, doch reagiert die neue Generation, die deutlich technologieaffiner ist, sehr positiv auf unsere Art von Technologie. So können wir einen Beitrag zur Erweiterung des Markts leisten", betonte der Manager. Das Unternehmen hat bereits Abkommen mit verschiedenen Branchengrößen geschlossen. So kann über die App Wanna Watch eine USD 23.900 teure Jaeger-LeCoultre Reverso oder auch die für USD 7000 angebotene Portugieser Chronograph virtuell probegetragen werden. Die Uhr am Bildschirm folgt sogar der Bewegung des eigenen Handgelenks.

Laut Wannas Angaben konnten Partner wie Snapchat, Puma und Allbirds ihre Nutzergemeinde verdreifachen und die durchschnittliche Verweildauer pro Sitzung verfünffachen. Zudem seien die Produktseiten vier Mal häufiger geteilt worden.

Wir fragten Sergey, ob er angesichts der jüngsten Hacker-Attacken amerikanischer Parteien und wichtiger Ministerien nicht besorgt sei, dass Wanna misstrauisch beäugt werden könnte. Seine Antwort: "Nein, überhaupt nicht. Wir sind absolut unabhängig von jeglicher Regierung und unsere Technologie spricht für sich selbst".
 

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