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Veröffentlicht am
29.08.2016
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Waschmittel halten Persil-Hersteller Henkel bei Laune

Von
DPA
Veröffentlicht am
29.08.2016

Der Persil-Hersteller Henkel kann sich weiterhin auf sein starkes Geschäft mit Waschmitteln verlassen. Die Sparte mit Klassikern wie Persil, Pril oder Perwoll stellte im zweiten Quartal erneut die anderen Konzerntöchter in den Schatten und sorgte für Zuwächse.

Henkel


Während der starke Euro weiterhin für mächtig Gegenwind sorgt, konnte der Beiersdorf - und Unilever-Konkurrent dank Kosteneinsparungen beim Gewinn große Fortschritte machen. Der seit Mai amtierende Henkel-Chef Hans Van Bylen zeigte sich daher am Donnerstag auch etwas optimistischer für das laufende Jahr und hob seine Prognose für die operative Entwicklung des Konzerns leicht an.

Dass der Belgier den Rekordkurs seines Vorgängers Kasper Rorsted fortsetzt, sorgte an der Börse für Stimmung. Die Henkel-Aktie erklomm im Handelsverlauf einen neuen Höchststand und lag zuletzt gut 4 Prozent im Plus. Analysten lobten vor allem, wie profitabel Henkel wirtschafte.

Durch Kostensenkungen und effizienteres Arbeiten stieg das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) zwischen April und Juni um 6,6 Prozent auf 819 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Henkel 561 Millionen Euro und damit 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz lag mit 4,65 Milliarden Euro leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der starke Euro im Vergleich zu vielen Auslandswährung schmälerte die Erlöse um eine Viertel Milliarde Euro im Quartal. Ohne Währungseinflüsse und ohne Zukäufe wäre Henkel um 3,2 Prozent gewachsen.
Van Bylen war hocherfreut über das Abschneiden des Konzerns, vor allem mit Blick auf das wirtschaftliche Umfeld und die Unsicherheiten, die Terrorangst und Brexit mit sich bringen. Auch ungünstige Wechselkursentwicklungen dürften den Konzern weiter begleiten, sagte er. Zu spüren bekommt der Konzern letztere vor allem in den Schwellenländern, die im Quartal gut 40 Prozent zum Umsatz beisteuerten. In China setzte dem Konzern zudem eine schwächere Nachfrage aus der Industrie zu.


Das bremste Henkel in seiner größten Sparte - den Klebstoffen - die besonders anfällig für konjunkturelle Veränderungen ist. Ihr Umsatz ging im Quartal um 2,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zurück. Auch in der Kosmetik (Schwarzkopf, Syoss, Fa) sanken die Erlöse und zwar um 1,8 Prozent auf 988 Millionen Euro. Mit Wasch- und Reinigungsmitteln konnte Henkel hingegen auftrumpfen und ein Plus von 2,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro erzielen. Dazu trugen auch Zukäufe bei.
Bislang hat der Konzern in diesem Jahr knapp eine halbe Milliarde Euro in den Zukauf kleinerer Marken gesteckt. Ein großer Wurf gelang dem Konzern mit dem vor wenigen Wochen angekündigten Erwerb des amerikanischen Waschmittelherstellers Sun Products, für den weitere 3,2 Milliarden Euro fließen werden. Noch ist die Übernahme nicht abgeschlossen, sie wird Henkel aber auf dem weltweit wichtigsten Waschmittel-Markt auf den zweiten Platz hinter den US-Rivalen Procter & Gamble hieven.

Van Bylen zufolge kann Henkel durch den Sun-Zukauf nun alle Preisgruppen in den USA bedienen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern seine Traditionsmarke Persil in den US-Handel gebracht, was sich dem Konzernchef zufolge zunehmend auszahlt. Auch die Haarpflege von Schwarzkopf ist für die amerikanischen Verbraucher inzwischen zu haben. Weitere Zukäufe sind für das Henkel-Management durchaus denkbar. "Die finanziellen Spielräume hätten wir dafür", sagte Finanzvorstand Carsten Knobel.

Henkel wird sich Van Bylen zufolge künftig auch stärker mit der Digitalisierung befassen. Das Thema wird bei der Strategie für die kommenden Jahre eine Rolle spielen, die der Konzernchef Mitte November vorstellen wird. In diesem Jahr will der Konzern aus eigener Kraft zwischen 2 bis 4 Prozent wachsen. Die bereinigte Ebit-Marge soll nun auf über 16,5 Prozent steigen. Bislang hatte Henkel sich hier nur eine Punktlandung zugetraut.

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