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Von
Fabeau
Veröffentlicht am
03.05.2013
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2 Minuten
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Wegweisender Erfolg in der Textilindustrie

Von
Fabeau
Veröffentlicht am
03.05.2013



Prosteste gegen Adidas
Rechtzeitig zum Tag der Arbeit kam die frohe Botschaft:  Arbeiter/-innen des ehemaligen Adidas-Zulieferbetriebes PT Kizone in Indonesien konnten einen bahnbrechenden Erfolg im Kampf gegen den Sportartikelriesen erringen.  Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte musste Adidas dem Druck der Gewerkschafter und Aktivisten nachgeben, die hartnäckig für die Auszahlung von 1,8 Mio. US-Dollar Abfindung an die 2.800 Arbeitnehmer/-innen der illegal geschlossenen Fabrik gekämpft haben.
„Zwei Jahre lang hatte sich der Konzern geweigert, die Abfindungen auszuzahlen und damit gegen indonesisches Recht, internationale Arbeitsstandards und den eigenen Verhaltenskodex verstoßen", sagt Axel Schröder, INKOTA-Vorstandsmitglied. „Umso mehr freuen wir uns,  dass Adidas in diesem Fall endlich das Richtige getan hat."
Bisher sind die genauen Vereinbarungen des Abkommens nicht bekannt. Die Gewerkschaft DPC SPSI TSK und das PT Kizone Workers Coordinating Committee werden die genauen Auszahlungsmodalitäten weiter mit Adidas aushandeln.
Der Fall hatte vor allem in den USA für Aufsehen sorgt.  Die United Students Against Sweatshops (kurz: USAS) hatten mit hartnäckigem Protest an zahlreichen Universitäten im ganzen Land dafür gesorgt, dass 17 Universitäten bestehende Lizenzverträge mit dem Sportartikelhersteller gekündigt hatten. Auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden solidarisierten sich Aktivisten mit den Beschäftigten von PT Kizone. Maik Pflaum von der Christlichen Initiative Romero freut sich vor allem, dass dies „ohne die internationale Solidarität mit den Arbeiter/-innen in  Indonesien nicht möglich gewesen wäre“. „Dieser Fall ist ein Meilenstein im Kampf für die Rechte von Beschäftigten in Zulieferbetrieben der Sportartikelindustrie.“ Im Jahre 2012 unterstützten mehr als 50.000 Menschen die Forderungen der Kampagne nach gesetzlichen Abfindungszahlungen. Auch bei der internationalen Aktionswoche über Facebook wurde rege teilgenommen.
Hintergrund zum Fall PT Kizone (Indonesien):
Im April 2011 wurden 2.800 Arbeiter/-innen durch die illegale Schließung des Adidas-Zulieferbetriebs PT Kizone in Indonesien arbeitslos.  Die ihnen nach indonesischem Recht und internationalen Arbeitsstandards zustehenden Abfindungszahlungen, welche auch nach dem Adidas-Verhaltenskodex erforderlich wären, hatten sie bislang nicht erhalten. Insgesamt standen den Beschäftigten 3,4 Mio. US-Dollar plus Zinsen zu. Andere Unternehmen, die ebenfalls Abnehmer des Zulieferbetriebs waren, haben mit insgesamt 1,6 Mio. US-Dollar bereits zu den Abfindungszahlungen beigetragen. Adidas hingegen hatte sich zwei Jahre lang geweigert, die Restsumme von 1,8 Mio. US-Dollar zu zahlen.

Foto: Clean Clothes Campaign

© Fabeau All rights reserved.

Tags :
Sport
Business