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Veröffentlicht am
10.02.2011
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5 Minuten
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Wenn der Minirock nicht perfekt sitzt - Hilfigers große Schau

Von
DPA
Veröffentlicht am
10.02.2011

New York (dpa) - «Das Flaschengrün ist mein neues Marineblau», sagt der New Yorker Designer Tommy Hilfiger. Etwas abwesend schwebt er durch den Raum der Studios am Hudson River. Draußen ist es noch bitterkalt, und hier wird auch gerade Mode für den Herbst und Winter gemacht. Immer rund ein Jahr im Voraus. Von Hektik ist nichts zu spüren, wohl aber, dass nicht getrödelt wird und man noch Arbeit zu erledigen hat. Die Stimmung ist geschäftig.

Diesmal geht es um Kreationen für den Herbst 2010. Aber die Stimmung ist immer ähnlich. Wenn also am Sonntag (13. Februar) die neue, große Hilfiger-Schau für den nächsten Winter startet, dürften fast nur die Kleider etwas anders sein.


Tommy Hilfiger (Bild Pixel Formula)


Beinahe lautlos nähert sich der Tommy Hilfiger seinen Mitarbeitern, um einen Blick auf ein Model zu werfen, das noch gecastet wird. Kurz gibt er Anweisungen, und schon ist er wieder mit etwas anderem beschäftigt. Interviews müssen am laufenden Band gegeben werden, Entscheidungen zu Models und Looks getroffen. Einzelteile der Kollektion werden Journalisten vorgestellt. Auch wenn der Besucher einen Termin hat, ist Hilfiger selten für ihn alleine da. Zu viel muss noch arrangiert werden. Er ist überall und nirgends, einerseits die Ruhe selbst - und doch immer schon woanders.

So zeigt er vor der Show seine Entwürfe auch mit gebremstem Enthusiasmus, spricht von seiner liebsten Kreation (einem weit schwingendem Chiffonrock in marineblau) eher nüchtern.

Zwischendurch registriert er aus dem Augenwinkel, dass die abgesteppten Taschen eines Minirocks nicht perfekt sitzen. Da müssen seine Mitarbeiter noch einmal ran und abstecken. «Meine Kollektion könnte man als Retroklassik bezeichnen. So wie in dem Film mit Katharine Hepburn und Humphrey Bogart», charakterisiert der 59-Jährige seine Entwürfe.

Hilfiger meint allerdings nicht den Film «African Queen», wie ein Journalist nachfragt, sondern «Philadelphia Story». Kinokennern fällt auf, dass Bogart in diesem Film gar nicht mitgespielt hat. Und so bleibt die Inspirationsquelle etwas nebulös. Wahrscheinlich war der Meister in Gedanken schon wieder einen Schritt weiter, schon wieder ganz woanders.

Im Gegensatz zu seinen Mitarbeitern: Da beraten bis zu vier darüber, welche Krawatte zu dem dreiteiligem Anzug und Mantel gewählt werden soll. Sorgfältig wird währenddessen noch Stoff am Hosenbein abgesteckt, die Länge wird an den Knöchel angepasst.

«Die meisten schneidern die Herrenkollektion in Größe 50. Unsere Herrenmodelle haben im Schnitt eine 48-er, manchmal eine noch schmalere Figur. Aber es ist schlicht einfacher, etwas abzunähen, als wenn das Hosenbein von vornherein zu schmal ist. Das lässt sich nicht so leicht anpassen», erklärt eine Mitarbeiterin. «Manche von den Jungs müssen ja nur mal ins Fitnessstudio gegangen sein, und schon haben sie breitere Schultern und muskulösere Beine.»

Umgesetzt werden die Änderungen erst, wenn tatsächlich feststeht, welches Model was bei der Schau vorführen wird. Mehrere Schneider stehen dafür bereit. Zum Schluss wird noch ein Foto gemacht, damit die Anzieher für die Show eine Orientierung haben und jedes Accessoire so getragen wird, wie Hilfiger sich das vorstellt.

Zwei Stunden vor der Show wuselt eine Unmenge Menschen durch den Backstage-Bereich. Sicherheitspersonal versucht, den Überblick zu behalten und achtet darauf, dass jeder zu seinem Recht kommt. Ob Fernsehteam, Fotograf oder Schreiber: Jeder bekommt nur 20 Minuten, damit die Massen an Journalisten durchgeschleust werden können. Schließlich soll die Show um 20 Uhr beginnen.

In dieser adrenalingeschwängerten Umgebung gibt es trotzdem noch Inseln der Ruhe und Beschaulichkeit. Auf dem Boden in einer Ecke sitzt eine Schneiderin, die noch letzte Lederpailletten an einen Minirock näht, bevor sie ihn in die Damenecke trägt. «Wir haben auch eine ganze Menge neu gemacht», hatte Hilfiger am Tag zuvor gezeigt, «wie zum Beispiel einen grauen Lederpaillettenrock oder dieses Abendkleid aus Lurex-Brokat.»

Auch die Models sind noch sehr gelassen. «Ich war erst um Viertel vor sieben hier», sagt Shena Moulton. Das Nachwuchsmodel aus Jamaika ist schon geschminkt und frisiert und vertreibt sich die Zeit mit Mailen und Musikhören. Auch ihr Kollege Arthur Kulkov beschäftigt sich lieber mit dem iPod, als sich von der Hektik anstecken zu lassen.

Die meisten Mädchen sind so jung, sie dürften in den USA noch nicht einmal wählen, geschweige denn Alkohol kaufen. Im Licht der Bühnenrückseite sehen viele erschreckend dünn aus, mit mageren Armen und Beinen, die wie zerbrechliche Zweige wirken. Erstaunlicherweise korrigiert das die Kamera: Im Film sehen die meisten Models schlank, aber nicht ausgemergelt aus.

Gelassenheit und Aufregung sind ganz nah beieinander, aber auch Konzentration ist zu spüren. Die Anzieher bereiten sich darauf vor, alle Einzelteile eines Looks mit einem Griff parat zu haben. Sorgfältig platziert eine Frau eine Strumpfhose auf einem Schal, rückt die Schuhe ein wenig näher heran und breitet behutsam ein Armband auf dem Boden davor aus.

Für jedes Model gibt es ein Blatt, auf dem das Foto mit dem Look platziert ist und auf dem alle Teile akribisch aufgelistet sind, die das Model auf dem Laufsteg zu tragen hat.

Rechts und links des Laufstegs füllen sich langsam die Reihen mit Fachjournalisten und Prominenten. Anna Wintour ist beides. Der Chefredakteurin der amerikanischen «Vogue» wird nachgesagt, die Vorlage für den Buch-Bestseller «Der Teufel trägt Prada» von Lauren Weisberger zu sein.

Angeblich warten Designer schon mal mit dem Beginn der Schau, bis Wintour eingetroffen ist. Mehr als pünktlich sitzt die gefürchtete Journalistin in der ersten Reihe, eingehüllt in ihren Pelz, um sie herum ist noch keiner da.

Die Stimmung ist gut, der Raum füllt sich. Das Publikum wird mit Musik bei Laune gehalten, und als die Fotografenriege an der Stirnseite bei Neil Diamonds «Sweet Caroline» geschlossen mit einstimmt, schwappt die gute Laune auf den Rest der wartenden Zuschauer über. Kurz darauf geht das Licht aus. Das erste Model läuft zu «Bette Davis Eyes» ein. Wintour hat ihr Markenzeichen aufgesetzt, eine gewaltige Sonnenbrille.

Ein flaschengrüner Rock mit Rollkragenpullover in Camel rauscht vorbei. Die Röcke und kurzen Hosen enden zumeist in der Mitte der Oberschenkel, die nach Hilfigers Willen in wolligen Strumpfhosen stecken.

Über einem Lurex-Brokat-Kleid trägt ein anderes Mädchen eine dunkelblaue voluminöse Strickjacke, die in der Taille von einem hellbraunen Ledergürtel zusammengefasst wird. Auffallend sind die Jacken und Mäntel, deren Schultern auf die Mitte des Armes gerutscht zu sein scheinen.

Zu Carole Kings «I Feel The Earth Move Under My Feet» und Neil Diamonds «Girl, You9ll Be A Woman Soon» wird die Mode präsentiert. Die Musik bringt noch einmal deutlich zum Ausdruck, was der Leitfaden der Entwürfe war: Amerikanische Klassiker mit neuen Materialien aufbereitet und neu interpretiert.

Eine «Tagesschau»-Länge und 46 Looks später ist die monatelang vorbereitete Präsentation vorbei. Zum Schluss kommt der Designer auf die Bühne, das Publikum klatscht nicht nur höflich, sondern erhebt sich sogar - für Hilfiger.

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