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Veröffentlicht am
09.09.2016
Lesedauer
3 Minuten
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Wolford verliert in Q1 deutlich an Umsatz und Ergebnis

Veröffentlicht am
09.09.2016

Auch das operative Ergebnis (EBIT -8,28 Mio. € nach -3,04 Mio. € im Vorjahr) und das Ergebnis nach Steuern (-8,22 Mio. € nach -2,55 Mio. € im Vorjahr) blieben deutlich unter dem Niveau des Vergleichsquartals und unter den Erwartungen des Managements.


Aufregende Dessous, weniger Kunden: der Wolford Flaggshipstore in München - Foto: Wolford

Hintergrund für die schwache Umsatzentwicklung im ersten Quartal war vor allem das schwierige Marktumfeld. Negative Ereignisse in wichtigen Kernmärkten (u.a. die politische Unsicherheit vor den Wahlen in den USA, Terrorangst in Frankreich und Deutschland sowie der BREXIT-Entscheid) haben zu deutlich rückläufiger Kundenfrequenz in den zentralen Einkaufslagen geführt. Davon war besonders das margenstarke Retail-Geschäft von Wolford betroffen, das im ersten Quartal ein Umsatzminus von über 9% gegenüber dem Vorjahr verzeichnete.

Gut die Hälfte des Umsatzrückgangs von 6,2 Mio. € im ersten Quartal ist auf das neue Auslieferungstiming im Wholesale-Geschäft zurückzuführen. Plangemäß wird ein Großteil der Herbst-/Winterkollektion ab diesem Geschäftsjahr erst im September ausgeliefert, entsprechend fehlten im ersten Quartal Umsätze aus der sog. Vororder in Höhe von 3,19 Mio. €, die sich zum Teil in die Folgequartale verschieben. Insgesamt sank der Umsatz im Bereich Wholesale im ersten Quartal um 32%. Das eigene Online-Geschäft blieb auf dem starken Niveau des Vorjahres.

Schwache Kundenfrequenz in den Kernmärkten
In seinen Kernmärkten musste das Unternehmen zweistellige Umsatzrückgänge hinnehmen, d.h. in den USA, in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, in der Schweiz und in Italien. In Belgien, Österreich und in den Niederlanden waren die Umsätze einstellig rückläufig. Auch in Zentral- und Osteuropa waren die Umsätze nicht zuletzt infolge der schwierigen Lage am russischen Markt weiterhin rückläufig.

EBIT und Vorsteuerergebnis deutlich negativ
Die rückläufigen Umsätze schlugen sich auch im operativen Ergebnis der Wolford AG nieder. Zudem hatte das Unternehmen durch die Abwertung des britischen Pfunds negative Währungseffekte zu verzeichnen. Hinzu kamen allgemeine Gehaltserhöhungen, die den Effekt eines moderaten Personalabbaus weitgehend ausgeglichen haben. Im ersten Quartal beschäftige Wolford durchschnittlich 1.557 Mitarbeiter (FTE) nach 1.583 Mitarbeitern in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

Das operative Ergebnis der Wolford AG (EBIT) betrug im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 -8,28 Mio. € nach -3,04 Mio. € im Vorjahr. In der Vergleichsperiode des Vorjahres profitierte das operative Ergebnis noch vom Verkauf von Mietwohnungen (sonstige betriebliche Erträge von 1,09 Mio. €). Korrigiert um diesen Sondereffekt lag das EBIT in den ersten drei Monaten um 4,14 Mio. € unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Das Ergebnis vor Steuern betrug -8,44 Mio. € nach -3,33 Mio. € im Vorjahr. Der Steuerertrag belief sich auf 0,22 Mio. € (Vorjahr: 0,77 Mio. €). Im Vergleich zur Vorjahresperiode aktivierte die Wolford AG 0,89 Mio. € weniger latente Steuern. Damit lag das Ergebnis nach Steuern bei -8,22 Mio. €, nach -2,55 Mio. € im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie betrug -1,67 € nach -0,52 € im Vorjahr.

Eigenkapitalquote von 41%
Zum Stichtag 31. Juli 2016 betrug das Konzerneigenkapital der Wolford Gruppe 59,94 Mio. € und lag damit um 12,53 Mio. € unter dem Vergleichswert des Vorjahresquartal. Die Eigenkapitalquote erreichte zum Bilanzstichtag 41% (Vorjahr: 48 %) und die Nettoverschuldung lag bei 35,59 Mio. € (Vorjahr: 25,98 Mio. €). Der Anstieg des Nettoverschuldung ist im Wesentlichen mit dem Aufbau der Vorratsbestände im Zuge des späteren Auslieferungstimings für die Herbst-/Winterkollektion zu begründen.

Gestärkte Basis für mittelfristige Umsatzsteigerung
Ungeachtet der schwachen Ergebnisse im ersten Quartal hat Wolford seinen Fahrplan zur Profitabilitätssteigerung in den letzten Monaten konsequent weiter verfolgt und die Ausgangsbasis für eine systematische Ausweitung der Umsätze gestärkt. Zuletzt wurde die Vertriebsorganisation für die EMEA-Region grundlegend umstrukturiert und eine neue B2B-Plattform für EMEA live geschaltet. Davon verspricht sich das Unternehmen nicht nur substanzielle Effizienzgewinne im Vertrieb, sondern in weiterer Folge auch eine Umsatzerhöhung im Wholesale-Geschäft.

Am 7. September präsentierte Wolford planmäßig das neue Shop-Konzept am Standort Berlin, das auf sehr positive Resonanz stieß. In der deutschen Hauptstadt präsentiert sich Wolford ab jetzt auch in den wichtigsten Kaufhäusern in neuem Look. Ein neues Wholesale- Möbel-Konzept wird ab November in der gesamten EMEA-Region ausgerollt. Der Start der neuen B2C-Plattform erfolgt wie geplant Ende September.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Monate wird Wolford zudem selektiv geplante Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung beschleunigen. Deshalb geht das Management für das laufende Geschäftsjahr von etwas höheren als zuvor prognostizierten Umstrukturierungskosten aus. „Um unser mittelfristiges Margen-Ziel zu erreichen, geben wir der schnellen Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung Vorrang vor dem kurzfristigen Ziel eines positiven Ergebnisses zum Jahresende“, erklärt Ashish Sensarma, CEO von Wolford.

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