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Veröffentlicht am
11.09.2017
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3 Minuten
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Woolworth finalisiert Umbau der ehemaligen Charles Vögele-Filialen

Veröffentlicht am
11.09.2017

Woolworth hatte Anfang des Jahres zehn Filialen der insolventen Modekette Charles Vögele übernommen. Doch wie weit ist die Warenhauskette mit ihrer eigenen Expansionsstrategie?

Innenansicht der modernisierten Woolworth-Filiale. - Woolworth

 
Am 1. Juli 2009 hatte das Amtsgericht Frankfurt das Insolvenzverfahren über Woolworth eröffnet. Um ihr Geschäft zu sanieren, wurden damals das Geschäft mit 160 der 310 Filialen weiter fortgeführt. In der Krise kam die HH-Holding, hinter dem KiK-Gründer Stefan Heinig steht, und übernahm das angeschlagene Unternehmen in 2010 zusammen mit der HH Lizenz GmbH.
 
Schnell wurde Expansionspläne bekannt, die Gerald Finke, der 2015 ein Mitglied der Geschäftsführung wurde, auch als seine Ziele bestärkte. Seitdem wurde das Filialnetzt wieder auf 320 Standorte deutschlandweit erweitert, doch bis zur magischen Zahl 500, denn genauso viele Geschäfte wurden damals geplant, ist es noch ein langer Weg.

„Wir wollen Lücken im Woolworth-Filialnetz schließen, um bundesweit und flächendeckend für jedermann erreichbar zu sein. Konkret prüfen wir Standorte mit einer Verkaufsfläche zwischen 800 qm und 2.000 qm. Weitere Kriterien sind eine gute Erreichbarkeit sowie Verkehrsanbindung und die Lage – wir mieten bevorzugt Flächen in Innenstädten, Einkaufszentren oder Fachmarktzeilen. Ebenfalls interessieren wir uns verstärkt für Gebäude mit Green-Building-Standard“, so die Unternehmenssprecherin Diana Peisert.
 
Die größte Kaufhausdichte finden man dabei in NRW – hier betreibt Woolworth knapp 100 Standorte. In Berlin sind es rund 30 Filialen. Unterstützt wird die Expansion durch die Übernahme von zehn Stores der insolventen Charles Vögele-Gruppe zum 1. Juli 2017. „Diese wurden und werden sukzessive auf das Woolworth-Einrichtungskonzept sowie auf das Filialsortiment umgerüstet und im Anschluss eröffnet“, so Peisert.
 
Bisher konnten demnach vier der zehn Standorte eröffnen (Goch, Kamen, Varel und Rotenburg) – fünf weitere Standorte werden im September wiedereröffnet (Feuchtwangen, Bad Hersfeld, Schongau, Vilshofen und Stadthagen) und der letzte Store, in Wunstorf, wird im November nachgezogen. Weitere Übernahmen seien nicht geplant.
 
Die Flächen werden dabei nach dem Storekonzept von Woolworth mit Präsentationsmöbeln in Holzoptik und dunklen Metallen ausgestattet. Die Wände werden in warmen Erdfarbtönen gestrichen und die Böden werden mit einer PVC-Planke in Holzoptik belegt.
 
Das Store-Konzept passt sich damit der Devise „weg vom Grabbeltisch-Image – hin zu einem hochwertigeren Sortiment“ an, die bereits 2011 Teil der neuen Geschäftsstrategie bei Woolworth war. 
 
„In unserem Sortiment finden sich neben Eigenmarken auch bekannte Markenprodukte, ergänzt durch Aktionsprodukte zu günstigen Preisen“, erklärt Peisert das Sortiment. So gab es in den letzten Jahren Kollektionsverkäufe von z.B. Superdry und Liebeskind, wobei letztere versuchten sich vor dem „Verramschen und den Verkauf“, wie sie es damals formuliert haben, zu distanzieren.
 
Dabei nimmt auch das Thema Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Sortiment einen wichtigen Stellenwert. Woolworth hat sich zu einem sozialverträglichen Handeln verpflichtet und sieht dies als „Fundament für ein gesundes wirtschaftliches Wachstum“.
 
Bereits seit 2010 unterstützt Woolworth die Stiftung „Help and hope“, die sich für Kinder in Not einsetzt. Auch „ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist selbstverständlich für uns. Daher setzten wir uns für Prozessoptimierungen und Energieeinsparungen zugunsten der Umwelt ein“.
 
So werde seit 2016 auf Plastiktüten verzichtet und den Kunden alternativ Baumwoll-, PET- und Papiertaschen angeboten. "Denn allein im Jahr 2015 belief sich der Verkauf in den Woolworth-Filialen auf rund 6,8 Millionen Stück“, so Peisert. 
 
Gegründet vor über 130 Jahren in den USA, entstand die deutsche Tochtergesellschaft im Berliner Hotel Adlon 1926. Das erste Kaufhaus eröffnete dann gut ein Jahr später in Bremen. Hauptsitz des Unternehmens liegt seit 2010 in Unna. Zuletzt gab Woolworth den Umsatz für 2013/14 mit rund 293,3 Millionen Euro an. Aktuelle Zahlen gibt Woolworth nicht bekannt.

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