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Felicia Enderes
Veröffentlicht am
26.03.2021
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2 Minuten
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Xinjiang-Streit: Burberry bekommt als erste Luxusmarke die Gegenreaktion Chinas zu spüren

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
26.03.2021

Burberry ist die erste Luxusmarke, die die Gegenreaktion Chinas wegen ihrer Haltung zu den Vorwürfen des Missbrauchs der uigurischen muslimischen Minderheit in Xinjiang zu spüren bekommt.

Reuters


Peking hat am Freitag vier britische Einrichtungen und neun Einzelpersonen mit Sanktionen belegt und ihnen vorgeworfen, "Lügen" über die Region Xinjiang zu verbreiten – Tage, nachdem Großbritannien Sanktionen gegen chinesische Beamte wegen Menschenrechtsverletzungen in der ostchinesischen Region verhängt hatte.

Burberry ist Teil der Better Cotton Initiative, einer Gruppe, die sich für eine nachhaltige Baumwollproduktion einsetzt und im vergangenen Oktober ihre Zulassung für Baumwolle aus Xinjiang aufgrund von Bedenken hinsichtlich Menschenrechtsfragen zurückzog.

Die chinesische Schauspielerin Zhou Dongyu hat ihren Vertrag mit Burberry gekündigt. Ihre Agentur erklärte am Donnerstag, dass Burberry "seine Meinung über Baumwolle aus Xinjiang nicht klar und öffentlich geäußert hat."

Das ikonische Karomuster der Marke wurde zudem aus dem Videospiel "Honor of Kings" entfernt, wie auf dem offiziellen Account des Spiels auf der Plattform Weibo, dem chinesischen Äquivalent zu Twitter, bekannt gegeben wurde.

Burberrys China-Division war bislang nicht für einen Kommentar zu erreichen. Laut der Website der Marke kommt die verwendete Baumwolle aus den Vereinigten Staaten, Australien, der Türkei, Indien und Ägypten.

Mehrere ausländische Einzelhandelsmarken sind in den Medien und in sozialen Netzwerken in China unter Beschuss geraten, nachdem sie sich besorgt über die Situation in Xinjiang geäußert hatten. H&M, Uniqlo, Nike und Adidas leiden derzeit unter den Folgen, die die Schließung ihrer Websites auf Wiederverkaufsplattformen und ihrer Social-Media-Accounts sowie die Vertragskündigung einiger ihrer Botschafter mit sich bringen.

Aktivisten und Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben China beschuldigt, Masseninhaftierungen, Folter, Zwangsarbeit und Sterilisation von Uiguren in Xinjiang einzusetzen. China bestreitet die Vorwürfe und sagt, seine Aktionen in der Region seien notwendig, um den Extremismus zu bekämpfen.

In einem Brief an britische Gesetzgeber im November sagte Burberry, dass es keine Betriebe in Xinjiang habe und nicht mit dort ansässigen Zulieferern zusammenarbeite, und fügte hinzu, dass es keine Form der modernen Sklaverei bei seinen Zulieferern dulde, einschließlich Zwangsarbeit, Leibeigenschaft oder unfreiwilliger Gefängnisarbeit.

In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung forderte der Nationale Textil- und Bekleidungsrat Chinas internationale Marken auf, aus Respekt vor den chinesischen Kunden "verwerfliches Verhalten" einzustellen, einschließlich des Ausschlusses von Baumwolle aus Xinjiang aus ihrer Lieferkette.

Da der chinesische Markt derzeit ein wichtiger Absatzmarkt für viele Modeunternehmen ist, scheint die Botschaft bei einigen Marken Gehör gefunden zu haben. Im sozialen Netzwerk Weibo haben Fila, das zum chinesischen Riesen Anta gehört, aber auch Hugo Boss und Asics erklärt, dass sie Baumwolle aus der Region Xinjiang beziehen und auch weiterhin verwenden werden.

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