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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
18.01.2018
Lesedauer
3 Minuten
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Y/Project entzückt mit innovationsgeladener Kollektion

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
18.01.2018

Dekonstruiert, zweiseitig tragbar, zerlegbar, vielfältig einsetzbar … Das sind nur einige der Schlüsselattribute von Glenn Martens neuer Kollektion. Die gezeigten Menswear- und Unisex-Modelle sind innovativ und setzen auf Komfort und Vielseitigkeit. So lassen sie viel Spielraum für die persönliche Interpretation. Die am Mittwoch im Paris präsentierte Herbst-/Winterkollektion 2018/2019 ist ein klares Zeugnis der Kreativität des 35-jährigen Flamen. In seinen neusten Kreationen hinterfragt der Gewinner des Andam-Modepreises 2017 die Art und Weise, wie sich der Mensch heute kleidet.


Jacke und/oder Windschutz von Y/Project - PixelFormula


"Ich habe mich gefragt: Was macht man mit einem Kleidungsstück? Wie trägt man es? Wie macht man es sich zu eigen?", erklärte der Designer hinter den Kulissen. In der neuen Kollektion interessierte sich Y/Project für die Möglichkeit, Kleidungsstücke doppelt zu verwenden und zeigte unter anderem Hemden mit Doppelkragen, beidseitig tragbare Gürtel (vorne mit Nieten besetztes Leder, hinten Krokodilleder) wie auch Kleidungsstücke, bei denen sich die Vorder- von der Rückseite unterscheidet.

Ein enganliegender Pullover, in Grautönen auf der Vorderseite, verwandelt sich im Rücken in ein weites, kakifarbenes Jacket, ein blaues Stricktop analog dazu in ein graues T-Shirt. Dasselbe Prinzip wurde auch beim klassischen rot-schwarze Holzfällerhemd angewendet, auf der Vorderseite war es mit kleinen Karos versehen, hinten mit großen.

Im selben Sinne kreierte Glenn Martens "gepaarte" Kleidungsstücke, so beispielsweise eine Jeansjacke, in der ein T-Shirt eingearbeitet wurde. Ebenso wurde eine rote Jacke mit einer gleichfarbigen Windschutzjacke verbunden, oder eine Lederjacke mit einem doppelten Sweatshirt. Die Pelzfütterung eines Lodenmantels löste sich im oberen Bereich vom Mantel, um sich als Schal um den Hals zu schmiegen.


Siebenmeilenstiefel von Y/Project - PixelFormula


Das Innenleben der Kleidungsstücke barg für den Designer eine große Inspiration, so enthüllten auf den ersten Blick klassische Mäntel und Jacken plötzlich auf einer Seite das Innere mit sichtbaren Nähten und Futterstoffen. Auf umgekrempelten Jeanshosen war das Innenfutter aus Pelz ersichtlich, das wie eine zweite Hose erschien.

Weiter spielte Y/Project mit Illusionen: eine Jeanshose verlängerte sich an der Vorderseite des Beins, und vorgetäuschte Falten auf einer Lederjacke oder einem Sweatshirt gaben den Anschein, dass sich das Kleidungsstück aufspaltete.

Die Kollektion spielte weiter mit dem Begriff der Vervielfältigung, sowohl auf Ebene der Kleider als auch ihres Verwendungszwecks. Glenn Martens fasste sein Konzept wie folgt zusammen: "Hier haben Sie zwei Mäntel und zwei Jacken in einem. Die Grenzen zwischen den Kleidungsstücken verwischen, Sie wissen nie wirklich, wo der erste Körper anfängt und der zweite endet. Das muss man selbst definieren, selbst wählen, wie man die Kleidungsstücke tragen will".


Der "zwei-in-eins"-Pullover von Y/Project - PixelFormula


Diese Vielschichtigkeit ist auch in Stiefelmodellen wiederzufinden, bei denen es fast den Anschein machte, als hätten die Models drei Paar übereinander angezogen. Auch Jeans mit mehreren Rändern erwecken denselben Eindruck. Natürlich durften in der Kollektion auch die für den Designer typischen korkzieherartigen Hosen nicht fehlen. Seine Overknee-Stiefel in UGG-Manier sahen aus wie überdimensionale Siebenmeilenstiefel.
 

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