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Zalando-Geschäft zieht wieder an

Von
DPA
Veröffentlicht am
16.04.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Der Internet-Modehändler Zalando blickt nach einem erwartungsgemäß schwachen Quartal infolge der Corona-Pandemie zuversichtlich nach vorne. "Die ersten Wochen im April lassen uns optimistisch auf das zweite Quartal blicken", sagte Finanzvorstand David Schröder am Donnerstag bei der Vorlage vorläufiger Daten für das erste Quartal in Berlin.

Zalando


Im ersten Quartal rutschte Zalando tief in die roten Zahlen. Da sich die Kunden wegen der Corona-Krise auch mit Online-Käufen zurückhielten, konnte Zalando auch nicht von den Ausgangsbeschränkungen und geschlossenen Geschäften profitieren. Inzwischen kehrt die Nachfrage jedoch wieder zurück.

Die im MDax notierte Aktie legte zum Handelsstart fast sieben Prozent zu. Da der Konzern bereits Ende März vor einem schwachen Ergebnis gewarnt hatte, war der hohe Verlust keine große Überraschung mehr. Die Anleger konzentrierten sich daher erst einmal auf den Ausblick. Das Papier war im Zuge des Corona-Crashs um mehr als 40 Prozent bis auf 27,33 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit März 2019 gefallen. Inzwischen konnte sich das Papier wieder deutlich erholen und gehört mit einem Abschlag von rund neun Prozent zu den Titeln, die weniger verloren haben als der Gesamtmarkt.

"Hinter uns liegt ein herausforderndes Quartal", sagte Schröder. Dabei musste Zalando eigenen Angaben zufolge die schwächsten Zahlen seit dem Börsengang 2014 hinnehmen. Der Verlust beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) dürfte in einer Spanne von 90 bis 110 Millionen Euro liegen. Ein Jahr zuvor hatte Zalando hier noch einen Gewinn von 6,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Neben einem schwächeren Wachstum musste das Unternehmen 40 Millionen Euro auf den Warenbestand abschreiben.

Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum dank guter Geschäfte im Januar und Februar noch um 10,1 bis 11,6 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro. In den letzten drei März-Wochen sanken jedoch Bruttowarenvolumen und Umsatz, wie Konzernchef Rubin Ritter erläuterte. Seit April sieht die Lage seinen Aussagen zufolge wieder besser aus. Das Bruttowarenvolumen, welches auch den Umsatz aus den Partnerprogrammen umfasst, sowie die Erlöse seien wieder gestiegen.

Ritter zeigte sich daher zuversichtlich, dass Zalando sich schneller erholen könne als zunächst erhofft. Dabei stellt Zalando durchaus eine Veränderung des Kundenverhaltens fest: Gefragt waren vor allem bequeme Freizeit- sowie Sportkleidung, Kosmetik sowie Kindersachen. Eher links liegen ließen Kunden Kleidung für festlichere Anlässe.

Um auf die Krise zu reagieren und finanzielle Stabilität zu sichern, hat Zalando wie bereits bekannt ein Sparprogramm über 350 Millionen Euro lanciert. So sollen etwa Marketing-Kosten heruntergefahren werden, ebenso werden Investitionen gesenkt. Entlassungen sieht der Plan jedoch nicht vor. Auch staatliche Kredite will das Unternehmen aktuell, im Gegensatz etwa zum Sportartikelhersteller Adidas, nicht in Anspruch nehmen. Die liquiden Mittel bezifferte Zalando auf gut eine Milliarde Euro.

Sein Plattformgeschäft will Zalando weiter ausbauen und die Anbindung von Modehändlern an das Programm vereinfachen. Zudem sollen stationäre Einzelhändler über ein spezielles Programm ihre Artikel für einen gewissen Zeitraum ohne Kommission über die Plattform verkaufen können. "Für die Modebranche ist jetzt die Zeit, auf online umzustellen. Wir werden unsere Partner dabei unterstützen, ihr Geschäft auf unserer Plattform weiter auszubauen", sagte Ritter.

An seinen Plänen, ins Luxussegment einzusteigen, sowie Secondhand-Mode zu verkaufen, hält Zalando zudem weiter fest. Das Unternehmen hatte Ende März wegen der Corona-Pandemie seine Prognose für das laufende Jahr gestrichen und auf einen neuen Ausblick zunächst verzichtet. Zuvor war der Modehändler von einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent für 2020 ausgegangen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sollte bei 225 bis 275 Millionen Euro liegen. Detaillierte Zahlen für das erste Quartal will Zalando am 7. Mai vorlegen.

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