Zalando übertrifft Erwartungen und blickt optimistischer in die Zukunft

Der Online-Händler Zalando profitiert von immer mehr Kunden und Bestellungen auf seinen Webseiten. Der positive Trend stimmt das Unternehmen für den Ausblick auf das Gesamtjahr noch optimistischer als bisher. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich im zweiten Quartal von 94 Millionen auf 101,7 Millionen Euro, wie Zalando am Donnerstag in Berlin mitteilte. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Erlöse stiegen um ein Fünftel auf knapp 1,6 Milliarden Euro, was im Rahmen der Prognosen lag.

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Anleger reagierten mit starken Aktienkäufen auf die Zahlen. In der Spitze zog das Papier um mehr als 12 Prozent an, erreichte damit den höchsten Wert seit Mitte 2018 und übernahm die Spitzenposition im MDax. Seit Jahresbeginn legte das Papier einen starken Spurt hin und kletterte um mehr als 85 Prozent in die Höhe, nachdem es Mitte 2018 wegen des Hitzesommers noch steil bergab gegangen war.

Finanzchef David Schröder wies in einer Telefonkonferenz besonders auf die Zahl der Seitenbesuche hin, die im zweiten Quartal um ein Drittel stieg. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich in den Monaten April bis Juni um gut 15 Prozent auf 28,3 Millionen. "84 Prozent der Kunden greifen von mobilen Geräten auf die Webseite zu", sagte Schröder. Die Anzahl der Bestellungen zog um fast ein Viertel auf 36,1 Millionen an. Ein wichtiger Treiber sei das Partnerschaftsprogramm mit anderen Unternehmen, das weiter ausgebaut werde.

In Deutschland habe Zalando die Zahl der am selben oder dem folgenden Tag zugestellten Pakete über lokale Lieferdienste vom ersten zum zweiten Quartal verdoppelt, sagte Schröder. Um Kunden in Westeuropa noch schneller zu beliefern, will der Onlinehändler in diesem Sommer den Bau eines neuen Logistikzentrums in den Niederlanden Nahe Rotterdam starten. Mitte 2021 soll es seinen Betrieb aufnehmen, wie Schröder ankündigte. Das Sortiment soll sich vergrößern, wobei der Fokus besonders auf dem Premiumsegment, nachhaltiger Mode und einer verbesserten Kooperation mit anderen Händlern liege.

Die Jahresprognose hob der Konzern leicht an. Zalando erwartet den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) nun in der oberen Hälfte der Spanne von 175 bis 225 Millionen Euro. Das Umsatzplus soll rund um das untere Ende (zuvor: am unteren Ende) der Spanne von 20 bis 25 Prozent liegen. Die Zurückhaltung bei dem Ausblick für den Umsatz begründete der Finanzchef mit dem Partnerschaftsprogramm. Unternehmen können ihre Ware über die Zalando-Plattform anbieten, wofür Zalando aber nicht die kompletten Umsätze bekommt. Er rechne mit einem weiteren Wachstum dieses Programms. Die Investitionen sollen unverändert bei etwa 300 Millionen Euro liegen.

Analyst Volker Bosse von der Baader Bank sprach von starken Ergebnissen. Das Umsatzwachstum sei von einem deutlichen Anstieg aktiver Kunden angetrieben worden. Im Durchschnitt habe jeder aktive Kunde 4,6 Bestellungen bei Zalando in den letzten zwölf Monaten durchgeführt. Zudem sei das Partnerprogramm, über das andere Unternehmen ihre Produkte auf der Zalando-Webseite anbieten können, ein Zugpferd. Derzeit seien mehr als 1.300 stationäre Geschäfte mit der Zalando-Plattform verbunden, wie das Unternehmen mitteilte.

Analystin Georgina Johanan der US-Bank JPMorgan betonte ebenfalls das starke Abschneiden des Konzerns. Sie hob unter anderem das überraschend hohe operative Ergebnis (Ebit) positiv hervor. Zudem sei die durchschnittliche Warenkorbgröße erneut recht stabil geblieben.

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