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Zara-Mutter Inditex kehrt in Gewinnzone zurück

Von
DPA
Veröffentlicht am
16.09.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Der Textilhändler Inditex hat die Corona-Krise im zweiten Geschäftsquartal etwas hinter sich lassen können und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Nachdem die Spanier zum Start in das Geschäftsjahr erstmals seit vielen Jahren wegen der Pandemie und Rückstellungen für den Konzernumbau in die roten Zahlen gerutscht waren, entspannte sich die Situation bis Ende Juli wieder etwas. Unter dem Strich betrug der Gewinn im dreimonatigen Berichtszeitraum zwischen Mai und Juli 214 Millionen Euro, wie die Zara-Mutter am Mittwoch in Arteixo mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Inditex allerdings noch ein Plus von 816 Millionen Euro erwirtschaftet.

Zara


Im Handel am Vormittag legte die Aktie über fünf Prozent zu. Chiara Battistini, Analystin der US-Bank JPMorgan, sprach in einer ersten Einschätzung von einem unerwartet starken Gewinn im Bekleidungsgeschäft im zweiten Quartal. Auch die insgesamte Margenentwicklung sei erfreulich. Der Umsatz habe sich hingegen wie erwartet entwickelt. Die Zahlen spiegeln laut der Expertin das Ergebnis des Rivalen H&M .

Insgesamt untermauere das Zahlenwerk laut Battistini die Stärke des Geschäftsmodells von Inditex und die sehr gute Qualität bei der Ausführung.

Auch Jefferies-Experte James Grzinic begrüßte die Ergebnisse des Zwischenberichts. Der Modekonzern habe damit ein robustes zweites Geschäftsquartal bestätigt. Besonders beim operativen Ergebnis (Ebidta) habe das Unternehmen die Erwartungen übertroffen. Und auch der aktuelle Geschäftsverlauf enttäusche bisher nicht.

Besonders über die Entwicklung am Aktienmarkt dürfte sich Amancio Ortega freuen. Der Inditex-Gründer hält immer noch die Mehrheit am Unternehmen und ist im Vorstand vertreten. Sein Vermögen beläuft sich laut Bloomberg derzeit auf 60,1 Milliarden US-Dollar (ca. 50,64 Mrd. Euro).

Der Inditex-Konzern, zu dem Marken wie Zara, Bershka und Pull & Bear gehören, hatte wegen der Pandemie zeitweise mehrere tausend Filialen schließen müssen. Die meisten Geschäfte seien bis Ende des ersten Geschäftshalbjahres wieder geöffnet worden, hieß es weiter, aktuell seien es 98 Prozent. Doch blieben noch einige Einschränkungen bestehen.

Auch die Gesamterlöse im stationären Handel und im Online-Geschäft gaben im zweiten Quartal mit einem Rückgang im Jahresvergleich von rund 32 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro weniger stark nach als noch im Vorquartal. Abgefangen wurde der Einbruch im Filialgeschäft durch einen deutlichen Schub bei den Internet-Verkäufen: Die Erlöse in diesem Segment konnten zwischen Februar und Juli um 74 Prozent zulegen - Inditex sprach von einem "bemerkenswerten" Wachstumstempo.

Zuletzt hatte sich die Geschäftstätigkeit weiter belebt: In den Wochen zwischen dem 1. August bis 6. September lagen die Gesamterlöse nunmehr um 11 Prozent unter dem Vorjahr. Die bereits nach dem Ende des ersten Quartals angekündigte Dividende von 35 Cent je Aktie soll am 2. November ausgeschüttet werden. Die Ausschüttung der Dividende für 2020 und 2021 hatte der Vorstand bereits in das jeweilige Folgejahr verschoben.

Bereits im Juni hatte Konzernchef Pablo Isla seine Umbaupläne bekräftigt. Bis 2022 will er weitere rund 900 Millionen Euro jährlich für den Unternehmensumbau und den Ausbau des Online-Handels in die Hand nehmen, wobei allein rund eine Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren in die Digitalisierung fließen sollen. Im stationären Geschäft will Inditex stärker in Toplagen investieren und dafür zahlreiche unrentable Läden schließen.

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