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Zeitenwende für die Bread & Butter - mal wieder gelungen

Von
Fabeau
Veröffentlicht am
today 21.01.2013
Lesedauer
access_time 3 Minuten
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B&B Urban Base: Deutlich heimeliger mit den kleineren Ständen in der Mitte und den großen Burgen am Rand, trotzdem wie immer sehr geschäftig


Immer mehr Aussteller und Einkäufer aus Japan zieht es nach Berlin


Tommy Hilfiger inszenierte sich nur noch digital


Pepe Jeans London feiert sein 40-Jähriges und zeigt was Denim-Handwerk heißt


Soziale Verantwortung wird wichtiger


Oasen zum Aufladen: Die integrierten unterschiedlichen Restaurants tun dem B&B-Konzept gut


Im Laboratorio zeigten TRC Candiani,Interwashing Group (Elleti) und Okinawa, was Denim-Handwerk auszeichnet
Vielleicht gerade weil Berlin im Winter eher trostlos ist, scheinen die Winterausgaben der Bread & Butter eine besondere Anziehungskraft und Energie zu entfalten – mehr noch als in den heißen Sommern, wenn sich die Besuchermassen über vor den vor Hitze flirrenden Asphalt der Stadt quälen. Wer erinnert sich nicht, an die legendäre Casino-Ausgabe im Absolute Cotton Club vor zwei Jahren? Auch diesen Januar gelang es Messechef Karl-Heinz Müller trotz weniger Aussteller ein Event am Flughafen Tempelhof zu inszenieren, was die Messlatte für ähnliche Veranstaltungen deutlich nach oben schiebt. Trotz immer stärker werdender Konkurrenz durch eine immer größer werdende Premium, eine neue Panorama und einer zunehmenden Zahl kleinerer Plattformen, behauptet die Bread & Butter ihre Position als führende Leitmesse Deutschlands und Europas, oder sogar der Welt?! Dies untermauert nicht nur der Hohe Anteil der internationalen Aussteller von fast 90%, sondern auch der hohe Internationalisierungsgrad der Fachbesucher. Rund 70% der Besucher kamen aus dem Ausland. Wie viele es insgesamt waren, wird wie immer nicht verraten. Besonders freute sich Müller über den wachsenden Zuspruch japanischer Aussteller und Besucher: „Die japanischen Top Brands und Top Händler haben die Bread & Butter für sich entdeckt. Im Vergleich zu den beiden Vorsaisons durften wir diesmal doppelt so viele Gäste aus Japan begrüßen. Das macht uns sehr glücklich, denn Japan ist immer noch ein essentieller Gradmesser in Sachen Qualität und Trends der Zukunft.“

Aufbruchsstimmung

Wenn man durch die Hallen und über die Stände schlenderte, fiel einem vor allem die quirlige, optimistische Stimmung auf. Die Euro-Krise wird weggelächelt oder in einer der vielen Goodie-Bags versteckt. Die Bread & Butter ist der Platz, an dem man Stärke zeigt... wer schwach ist, ist vielleicht zur nächsten Ausgabe schon nicht mehr dabei. Insofern nutzten viele Aussteller die Messe, um ihre Geschichte und ihre langjährige handwerkliche Erfahrung zu präsentieren. „Denim verbindet man leider oft mit schmutziger Produktion. Wir zeigen hier, dass es in erster Linie um echtes Handwerk geht“, so Uwe Boser, Country Manager von Pepe Jeans London, die anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums 1973 Damen- und Herrenjeans an ausgewählte Besucher verschenkten, die man noch vor Ort individuell bearbeiten lassen konnte. Der Stand drei Tage lang rappelvoll, ohne dass die Kollektion vorgestellt wurde – gestört hat es, laut Boser, niemanden.

Marke statt Produkt

Der Trend zu mehr Markeninszenierung, mehr Event und weniger Kollektionen scheint gerade auf der Showcase-Plattform Bread & Butter immer stärker zu werden. Tommy Hilfiger zeigte seine Kollektionen auf einem Riesenstand sogar nur noch digital, während sich Lavori in Corso (u.a. Woolrich) oder Schott NYC mit dicken Bildbänden zelebrierten. Weitere Trends, die erkennbar wurden, waren außerdem der Versuch für mehr Nachhaltigkeit (auch Mustang hat jetzt eine Zero-Water-Jeans) und mehr Gut-Menschentum (etwa durch das Versprechen, einen Teil des Verkaufserlöses an gemeinnützige Projekte zu spenden).
Alles in allem scheint Müller die Neupositionierung mit weniger Brands geglückt zu sein. Die Herzstück, die Urban Base, , war an allen drei Tagen hervorragend besucht. Die anderen Hallen zeigten ebenfalls eine rege Frequenz, wenn auch einige Aussteller von weniger Besuchern sprachen. Andere waren sehr begeistert und freuten sich über qualitative Neukontakte. Müller, der persönlich ein Auge auf die Stände wirft, zeigt sich zufrieden mit seiner Auswahl: „Die Qualitätsoffensive hat sich ausgezahlt. Unsere Aussteller sind überwiegend nicht nur zufrieden, sondern begeistert." Das Vorziehen des Termins um einen Tag hatte ebenfalls positive Auswirkungen: statt des "Casual Fridays" wurde die Bread & Butter an allen drei Tagen gleichbleibend stark frequentiert.“

Fotos: Bread & Butter / Archiv

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