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Veröffentlicht am
26.10.2017
Lesedauer
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Beiersdorf bekommt Rückenwind und hebt Umsatzprognose an

Von
DPA
Veröffentlicht am
26.10.2017

Dem Nivea- und Tesa-Hersteller Beiersdorf geben gute Geschäfte rund um die Hautpflege und eine starke Nachfrage für sein Klebstoffgeschäft zunehmend Rückenwind. Nach Ablauf der ersten neun Monate hob der Konzern, der im Sommer Opfer eines Hacker-Angriffs wurde, die Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Für die im Dax notierten Aktien ging es damit am Donnerstag geradewegs nach oben.

Bereits nach Börseneröffnung setzten sich die Papiere an der Index-Spitze und gewannen zuletzt 5,51 Prozent. Das gute Abschneiden der Hamburger sorgte branchenweit für Rückenwind. Der europäische Teilindex Stoxx 600 Personal & Household Goods kletterte um fast 1 Prozent. Im Dax folgten Henkel mit Kursgewinnen von mehr als 2 Prozent. Commerzbank-Analyst Andreas Riemann wertete den Schwung in Beiersdorfs Klebstoffgeschäft als positives Zeichen für den Konkurrenten. Henkel ist bei Klebstoffen Marktführer und wird am 14. November Zahlen vorlegen.

Im Pflegegeschäft legte Beiersdorf dank neuer Produkte wie Sonnenmilch um knapp 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu. - Foto: Beiersdorf


"Wir haben eine beachtliche Flughöhe erreicht", sagte Beiersdorf Chef Stefan Heidenreich. Seit Beginn des Geschäftsjahres sei der Umsatz kontinuierlich gestiegen. Geschafft habe Beiersdorf das aus eigener Kraft. Vom Marktumfeld habe man keine Impulse mitnehmen können und das sei auch für den Rest des Jahres nicht zu erwarten.

In den ersten neun Monaten stiegen die Erlöse um 4,9 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Organisch, also ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe, wuchs Beiersdorf um 5,1 Prozent. Ergebniszahlen legte der Konzern nicht vor.

Besonders deutlich fielen die Zuwächse zwischen Juli und September aus. Zum Teil lag das auch am Cyber-Angriff auf die IT-Systeme der Hamburger, durch den einige Umsätze nicht wie geplant im zweiten, sondern erst im dritten Quartal verbucht werden konnten. Der organische Umsatzanstieg von beinah 9 Prozent im dritten Quartal fiel dann am Ende aber um einiges höher aus als Analysten erwartet hatten.

Die größten Sprünge in den ersten neun Monaten machte die Klebstoffsparte Tesa, deren Umsatz um rund 11 Prozent auf 945 Millionen Euro anzog. Haupttreiber war die Nachfrage aus der Elektronik und Automobilindustrie. Viele Displays beispielsweise werden geklebt.

Im Pflegegeschäft legte Beiersdorf dank neuer Produkte um knapp 4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu. Gut an kamen dem Konzernchef zufolge die neuen Sonnenschutzmittel von Nivea. Aber auch bei den anderen Marken gebe es Fortschritte. Der Konzern hatte Anfang des Jahres seine Bemühungen verstärkt, um Eucerin, Hansaplast oder La Prairie ähnlich erfolgreich wie die Kernmarke Nivea zu machen.

Für das Gesamtjahr hoben die Hamburger ihre Prognose für den Umsatz an. 2017 sollen die Konzernerlöse ohne den Einfluss von Währungen sowie Zu- und Verkäufen um 4 bis 5 Prozent steigen. Bislang hatte Beiersdorf mit einem Plus von 3 bis 4 Prozent kalkuliert. Optimistisch ist Beiersdorf insbesondere für Tesa, wo der Umsatz nun um etwa 8 Prozent steigen soll.

Den Ergebnisausblick bestätigte der Konzern. Die operative Marge wird weiterhin leicht über den im Vorjahr erzielten 15 Prozent erwartet. Einige Analysten hatten auf eine Anhebung spekuliert. Grund für die Zurückhaltung sind die Kosten, die für die Beseitigung der Folgen des IT-Angriffs im Juni anfallen, die Beiersdorf aber nicht näher beziffern wollte. Druck auf die Margen kommt zudem von höheren Rohstoffkosten und Währungseffekten.

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