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Beiersdorf traut sich mehr Wachstum zu

Von
DPA
Veröffentlicht am
20.08.2018
Lesedauer
2 Minuten
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Sommer, Sonne, Beiersdorf: Gut laufende Geschäfte mit Sonnencreme und Deodorants, ein Höhenflug bei Luxuskosmetik und eine starke Nachfrage nach Klebern von Tesa geben dem Konsumgüterkonzern Schubkraft. Nach einer starken ersten Jahreshälfte schraubte der Nivea-Hersteller seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr hoch. An seiner Ergebnisprognose hielt der Dax-Konzern hingegen fest. Höhere Rohstoffpreise und die Währungen dürften auch im zweiten Halbjahr belasten. Der scheidende Konzernchef Stefan Heidenreich betonte bei der Vorlage der Zahlen, trotz der starken Zuwächse die Bodenhaftung nicht verlieren zu wollen. "Wir bleiben vorsichtig."

Gut laufende Geschäfte mit Sonnencreme und Deodorants, ein Höhenflug bei Luxuskosmetik und eine starke Nachfrage nach Klebern von Tesa geben dem Konsumgüterkonzern Schubkraft. - Archiv


Die Anhebung der Umsatzprognose war der NordLB zufolge bereits erwartet worden. Die Bestätigung des Margen-Ausblicks sorgte bei einigen Experten indes für Enttäuschung. Beiersdorf sieht die operative Marge weiterhin auf Vorjahresniveau. Der Umsatz soll 2018 hingegen aus eigener Kraft nun um rund 5 Prozent wachsen. Bislang hatten die Hamburger die Marke von 4 Prozent im Visier.

Im ersten Halbjahr wuchs der Beiersdorf-Umsatz organisch um 7,7 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Durch den starken Euro belief sich das Plus nominal dann aber nur auf 2,8 Prozent. Im Vorjahr hatte zudem eine Hacker-Attacke den Konzern vorübergehend lahmgelegt, was damals Umsatzverschiebungen zur Folge hatte. Das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 585 Millionen Euro. Unter dem Strich zog das auf die Anteilseigner entfallende Ergebnis von 388 Millionen auf 399 Millionen Euro an.

Im wichtigen Geschäft mit der Hautpflege konnte Beiersdorf vor allem mit der Luxuskosmetik-Marke La Prairie auftrumpfen. Die unter anderem mit Kaviarextrakt angereicherten Cremes erfreuen sich vor allem bei asiatischen Käufern großer Beliebtheit. Auch die Apothekenkosmetik von Eucerin und Aquaphor kam gut voran. Eines der Erfolgsrezepte sieht Heidenreich in der Unabhängigkeit, in der die einzelnen Marken agieren. "Wie kleine Schnellboote flankieren sie den Tanker Nivea." Um den Kunden zu überraschen, will Beiersdorf künftig auch kleinere Marken wiederbeleben. So wird beispielsweise die Deomarke 8x4 derzeit komplett überarbeitet.

Der Kernmarke Nivea spielte der Rekordsommer in die Hände. In Deutschland seien die Umsätze mit Sonnenschutzmitteln branchenweit um 20 bis 30 Prozent gestiegen, sagte Heidenreich. Davon habe Beiersdorf als Marktführer besonders profitiert. Dennoch müsse man abwarten, wie sich das Wetter weiterentwickle, zumal es in Europa regionale Unterschiede gebe. Während Nordeuropa seit Mai Sonne bekommt, war der Juni in Südeuropa kühl.

Heidenreich ist bei Beiersdorf auf dem Absprung. Seinen Ende 2019 auslaufenden Vertrag will er nicht verlängern. Nach sieben sehr erfolgreichen Jahren bei Beiersdorf habe er entschieden, anderen Dingen wieder Priorität einzuräumen, sagte er. Spekulationen, sein Ausscheiden habe mit Großaktionär Michael Herz zu tun, wies er zurück. "Das ist Unsinn, wir hatten und haben ein ausgesprochen gutes Verhältnis."

Die Suche nach einem Nachfolger läuft. Gute Chancen werden unter Analysten dem seit kurzem als Vize-Chef agierenden Stefan De Loecker eingeräumt.

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