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Veröffentlicht am
21.01.2014
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Dior und Chanel in Paris: Hohe Schneiderkunst auf flachen Sohlen

Von
DPA
Veröffentlicht am
21.01.2014

Das Neue kommt auf flachen Sohlen, in diesem Fall Sneakers. Bei den seit Sonntag laufenden Pariser Haute Couture-Schauen für Frühjahr/Sommer 2014 schicken Häuser wie Chanel und Dior einige Models mit Sportschuhen anstelle von High Heels auf den Laufsteg. Die «Hohe Schneiderkunst», die lange Zeit vor allem mit sehr reichen und oft sehr alten Kundinnen ihr Geld verdiente, wirkt frisch wie nie zuvor. Die Verjüngung vollzieht sich nicht als Rebellion, sondern als sanfte Veränderung.

Christian Dior/Haute Couture/Frühjahr-Sommer 2014 (Foto: pixelformula.com)


Bei Karl Lagerfelds Schau für Chanel hüpften die Models am Dienstag derart mädchenhaft beschwingt eine Treppe herunter, dass man sich auf einem Schulhof wähnte. Ansonsten herrschte die gepflegte Atmosphäre eines Jet-Set-Clubs in lichtem Silber und Weiß. Auch die hellen Farben der Entwürfe - Weiß, Creme und sanfte Pastelle - trugen einen Silberglanz, in Form von Pailletten, aufgestickten Kristallen oder eingewebten Silberfäden.

Glitzy und doch sportlich wirkten die lockeren knielangen Tweedkostüme mit neuer Silhouette (eine kurzer Bolerojacke zum A-förmigen Rock und dazwischen ein breiter Taillenbund aus demselben Stoff) und die zarten hemdartig fallenden Abendkleider mit aufgestickten Federn. Selbst die hübsche «Braut» am Ende des Defilees, in einem halbtransparenten Gewand mit einer durchgehenden Leiste feiner Knöpfe im Rücken, huschte auf Silbersneakers daher.

Raf Simons führte die neue Leichtigkeit moderner Couture exemplarisch vor. Am Montag zeigte er in seiner Schau für Dior frische tragbare Kleider, deren komplexe Architektur und kunstvolle Verarbeitung unangestrengt und selbstverständlich erschien. Er habe sich mit der «Idee der Frau an sich» beschäftigt, hieß es in dem begleitenden Pressetext. Heraus kamen gerundete, organisch wirkende Formen in Weiß, Mintgrün und dem für Simons typischen Dunkelblau, die sich beinahe fliegend um die Modelkörper schwangen. Kreisförmige Lochstickereien mit einem hauchzarten Stoffeinsatz sowie geschickt geschichtete Lagen verliehen schimmernder Seide Dreidimensionalität.

Die Dior-Schau folgte - aufgrund des intim gestalteten Settings, einer cremefarbenen hellen Höhlenkonstruktion - dreimal aufeinander. In der letzten Schau saßen Studenten, Teilnehmer an einem Projekt des Modehauses. Auch dies trug zu dem zeitgemäßen Eindruck bei. «Wenn Haute Couture so aussieht, mit ungewöhnlichen Materialien und einer neuen Vision, dann ist es modern», kommentierte eine Studentin aus Paris nach der Schau.

Wie Simons zählt der Italiener Giambattista Valli zur Riege der «Couture»-Erneuerer. Valli verknüpft Romantik, Modernität und vollendete Handwerkskunst. Die ultrakurzen Röcke seiner Kleider, die er am Montagabend in den Räumen einer Schulbibliothek zeigte, wurden vorne wie Schleifen verbunden und schwangen sich teilweise hinten asymmetrisch in die Länge. Aufwändige Blütenstickereien im intensiven Blau des Künstlers Yves Klein (1928-1962) zogen die Blicke auf sich.

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