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Veröffentlicht am
20.07.2018
Lesedauer
2 Minuten
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Farfetch erwirbt CuriosityChina zur Stärkung seiner Positionierung in China

Veröffentlicht am
20.07.2018

Farfetch erwirbt die E-Marketing-Firma CuriosityChina, die auf Social Media spezialisiert ist. Damit forciert der Online-Retailer den größten Luxusmarkt der Welt.

Die chinesischen Konsumenten sehen WeChat als einen wichtigen Shopping-Kanal für Luxus, was Farfetchs Strategie-Kauf von CuriosityChina erklärt.


CuriosityChina konzentriert sich auf das dort führende soziale Netzwerk namens WeChat und zielt auf dessen eine Milliarden Nutzer ab, um sie zum Kauf von Produkten zu animieren. Das Unternehmen arbeitet derzeit mit vielen Marken zusammen, die bereits Partner von Farfetch sind, um sie dabei zu unterstützen, WeChat zu nutzen und die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Darüber hinaus unterstützt CuriosityChina auch im CRM-Bereich und bietet weitere Dienstleistungen an. 

Die Ambitionen von Farfetch auf dem chinesischen Markt wurden im vergangenen Jahr deutlich, als der lokale Riese JD.com fast 400 Millionen US-Dollar für eine Beteiligung an dem Londoner Unternehmen zahlte.

Farfetch plant, CuriosityChina in seinen eigenen Black & White-Betrieb zu integrieren. Dabei handelt es sich um die White-Label-API, mit der Boutiquen in die Einkaufs- und Logistikplattform von Farfetch integriert werden können.

Die Bedeutung dieses Kaufs ist für Farfetch und seine Ambitionen auf dem chinesischen Markt enorm, was noch dadurch hervorgehoben wird, dass das Trio der CuriosityChina-Mitbegründer eine zentrale Rolle für Farfetchs chinesische Operationen spielen wird. Judy Liu erhält die Rolle als Managing Director des Luxus-E-Tailers, Alexis Bonhomme übernimmt die Position als Vice President of Commercial für den Markt China und Arthur Shui ist für die Technologie zuständig. Alle weiteren Mitarbeiter werden ebenfalls beibehalten.

"Wir standen jahrelang im Gespräch mit Luxusmarken und bei jedem Treffen fragen sie nach China", sagte Giorgio Belloli, Chief Financial Officer und Nachhaltigkeitsbeauftragter von Farfetch, gegenüber Bloomberg. "Praktisch alles in China passiert auf WeChat."

Die Bedingungen des Kaufs wurden noch nicht veröffentlicht, aber man kann davon ausgehen, dass Farfetch einen hohen Preis für ein Unternehmen zahlen musste, das riesige Umsätze auf dem chinesischen Markt generieren könnte.

Der chinesische Verbraucher ist die Kernzielgruppe für die 262 Milliarden Euro schwere Luxusindustrie, in dem Käufer aus China rund 32 % aller Käufe tätigen, egal ob im In- oder Ausland.

Und Social Media mit WeChat in der Pole Position, ist ein wichtiger Vertriebskanal und weit relevanter als in anderen entwickelten Luxusmärkten. 

Mit rund einem Drittel der Umsätze von Farfetch in der Region Asien-Pazifik erscheint dieser jüngste Kauf äußerst sinnvoll. Und angesichts der Social-Media-Ausrichtung, ist es wahrscheinlich, dass Fartech eine neue Generation an Kunden für sich gewinnen wird, die derzeit nicht direkt auf die Onlineplattform des Unternehmens gehen, um sein Angebot zu entdecken.

Farfetch, das voraussichtlich demnächst einen Börsengang im Wert von bis zu sechs Milliarden US-Dollar plant, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Akquisitionen getätigt. Dazu gehören der Kauf des Londoner Einzelhändlers Browns sowie die Übernahme von Style.com, nachdem Condé Nast aus dem Luxus-E-Tail ausgestiegen ist.
 

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