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Fendi mit schlanker Silhouette und Rautenmuster

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
today 22.02.2018
Lesedauer
access_time 3 Minuten
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Eine neuartige Silhouette und ein Rautenmuster inspirierten eine elegante Kollektion bei Fendi, wo der Laufsteg Zeuge des Machtwechsels in der Leitung des römischen Hauses wurde.

Fendi, Herbst/Winter 2018 - Pixelformula


Eine streng geschnittene, aber dennoch lockere Silhouette mit schlanken, leichten Schultern erinnerte daran, dass Karl Lagerfeld auch in seinen 80ern noch viele neue Designideen im Ärmel versteckt hat.
 
Ein Programm reich an Rautenmustern (sowohl Drucke als auch Verarbeitung) und silbernen Details mit einem kreisförmigen F-Logo – das gleiche Bild zeigt sich auch an den Wänden von Fendi's Ausstellungsraum in der Via Solaria. Der derzeitige und der künftige CEO von Fendi, Pietro Beccari und Serge Brunschwig, schauten bewundernd aus der ersten Reihe zu.

Einwandfrei geschnittene Trenchcoats mit Glencheck-Muster, Bleistiftröcke und gefütterte Jacken eröffneten die Show, gefolgt von logoüberzogenen Regenmänteln und Strickkleidern, die knapp unterhalb des Knies endeten. Alles mit einer schlanken, aber präzisen Schulterpartie, oft mit transparenten horizontalen Schnitten gefertigt; die Jacken waren mit einem großen Kragen ausgestattet.
 
"Mein Ausgangspunkt war der Fokus auf einer perfekten Schulterpartie mit einer neuen Art von Volumen. Optisch durchbrochen von einem gekreuzten Gürtel und getragen mit einer Umhängetasche. Das neue Revers hat die Form eines Schmetterlings.", sagte der nun permanent bärtige Lagerfeld.
 
"Und es gibt keine Ähnlichkeit zu den Schulterpolstern der Achtziger", beharrte der deutsche Couturier.
 
Plissierte Seiten gaben Volumen und Bewegung und verhinderten, dass etwas zu schwer aussah. Noble Nerzmäntel, mit doppelten F-Logos oder mit Rautenmuster; und Nerzpullover, die Fendi Roma lasen. Architektonisch und doch irgendwie sehr einfach.
 
Eine bemerkenswerte neue Mini-Totebag und ein Paar Cowboy-Stiefel mit Blockabsatz sahen wie die kommerziellen Gewinner aus.
 
Obwohl Fendi seinen Sitz in Rom hat, fertigte Lagerfeld die Entwürfe bei sich zu Hause in Paris. Er ging für die Fittings in Fendi's Hauptquartier nach Rom, hat dort jedoch keine Wohnung mehr. Häufig kommunizierte er per Videokonferenz mit seinem Team in der ewigen Stadt, während er sich in Paris aufhielt.
 
"Ich weiß nicht, woher ich die Inspiration habe. Plötzlich erscheinen diese Dinge auf dem Papier und ich weiß nicht, woher sie kommen. Ich arbeite viel, wenn ich schlafe, und ich habe einen Block und Papier neben meinem Kissen, um zu zeichnen, wenn ich aufwache. Denn sonst würde ich mich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern!" lachte Lagerfeld, bevor er den neuen CEO von Fendi, Serge Brunschwig, in seinem Backstage-Privatbereich umarmte.
 
"Pas mal; No?" schmunzelte Brunschwig ironisch, sichtbar glücklich über seine neue Stelle. Seine letzten Tage in seiner jetzigen Position als Geschäftsführer von Dior Homme wird er noch im Februar beenden.
 
Zwischen einem mehrsprachigen Diskussion in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch wandte sich das Gespräch der Politik zu, von Angela Merkel in seiner Heimat bis Berlusconi in Italien, wo am 4. März nationale Wahlen stattfinden.

"Berlusconi? Sein Gesicht sieht aus, als wäre es aus Madame Tussaud. Es ist nicht zu glauben! Pfui!" schnaubte Lagerfeld.
 
Umringt von Kamerateams hielt Silvia Fendi hinter der Bühne einen Moment inne und kommentierte: "Ich denke, diese Kollektion war eine gelungene Art, Serge im Haus willkommen zu heißen."
 
Inmitten von Gästen, die Sekt in einem Fan-Auflauf schlürften, stand Brunschwigs Vorgänger Pietro Beccari, der Fendi zu einer Milliarden-Marke machte. Er – künftiger CEO von Christian Dior Couture, einer Schwesterfirma des Luxuskonzerns LVMH – hielt inne, um zu reflektieren: "Ich bin sehr stolz darauf, ein großes Modehaus in sehr gutem Zustand zu verlassen, nach einer großartigen Show von Karl und Silvia."

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