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Werbung

Gucci verbannt ab 2018 Pelze aus dem Sortiment

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 12.10.2017
Lesedauer
access_time 2 Minuten
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Gucci verarbeitet ab 2018 keine Tierfelle mehr. Dieses Statement von CEO Marco Bizzarri schlug am Mittwochabend bei den alljährlich organisierten "Kering Talks" in London wie eine Bombe ein.


CEO Marco Bizzarri bei den "Kering Talks" in London


Der CEO ging zwar nicht näher auf die Einzelheiten ein, bekräftigte jedoch, dass es sich dabei um ein entschlossenes Engagement seinerseits handele. Seine Zuhörer quittierten die Aussage mit kräftigem Applaus.
 
Die Nachricht folgt auf das Versprechen mehrerer Marken und Händler, ebenfalls auf Pelzwaren zu verzichten. Armani, Hugo Boss und Yoox Net-A-Porter haben sich alle dazu verpflichtet, Tierfelle aus ihrem Angebot zu streichen. Unbekannt ist, ob andere Marken der Kering Group dem Pelzfrei-Vorbild ebenfalls folgen werden. Stella McCartney arbeitet schon lange ohne Tierfelle und ohne Leder.

Gucci ist der Fur Free Alliance beigetreten und arbeitet beim Übergang auch mit der amerikanischen Tierschutzorganisation Humane Society of the US (HSUS) und ihrem italienischen Pendant LAV zusammen. Die neue Regelung gilt ab der Frühjahr-/Sommerkollektion 2018, die kürzlich auf der Mailand Fashion Week gezeigt wurde.

"Sozialverträgliches Handeln zählt zu den Grundwerten von Gucci und wir werden uns weiterhin für mehr Respekt im Umgang mit Tieren und unserer Umwelt einsetzen", so Bizzarri.
 
Weiter erklärte er, dass auch die Wahl Alessandro Micheles als Kreativdirektor vor fast drei Jahren bereits durch das Bestreben gesteuert worden sei, jemanden anzustellen, der "unseren Glauben an die Bedeutung derselben Werte teilt".

Für Gucci bedeutet diese Entscheidung eine einschneidende Änderung, da das Unternehmen bislang Felle in der Oberbekleidung, für Dekorationen und in der Schuhkollektion einsetzte. Das Label verzichtet fortan auf die Verarbeitung von Nerz-, Kojoten-, Marder-, Fuchs-, Hasen- und Karakulfellen wie auch die Verwendung der Haut von Tieren, die für ihr Fell aufgezogen oder gejagt werden. Alt- und Restbestände aus früheren Kollektionen werden versteigert, der Erlös geht zugunsten von Tierschutzorganisationen.

Bizzarri sprach auch allgemein über die Verwendung von Tierprodukten, doch ist es offensichtlich, dass sich das Unternehmen in nächster Zukunft nicht von Lederwaren trennen wird.

Gucci - Herbst/Winter 2017 - Womenswear - Milan - © PixelFormula


"Wenn ich auch Leder verbannen soll, müsste ich Tausende Angestellte entlassen", erklärte er und hob dabei die Bedeutung von Lederwaren für das Gucci Imperium hervor.

Der CEO erwähnte hingegen das Interesse seines Unternehmens an "In Vitro"-Leder, oder an Produkten aus Gewebezüchtungen, bei denen keine Tiere für die Produktion aufgezogen und getötet werden müssen. Die Verwendung solcher Stoffe würde außerdem die Nachhaltigkeit des Unternehmens stärken, da die Auswirkungen auf die Umwelt deutlich kleiner sind als in der herkömmlichen Lederproduktion.

Leder, das ohne Tiermisshandlung erzeugt wird, ist ein Konzept, dass bald alltagsreif wird. So betreibt das amerikanische Biotech-Startup Modern Meadow bereits ein ernsthaftes Funding, um "veganes" Leder zur Wirklichkeit werden zu lassen.

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