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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.04.2018
Lesedauer
2 Minuten
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H&M Stiftung zeichnet innovatives Recycling-Konzept auf Basis von Ernteresten aus

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.04.2018

Die H&M Stiftung zeichnet das Rohstoffunternehmen Circular Systems mit dem Global Change Award 2018 aus. Mit dessen Technologie können Ernteresten zu nachhaltiger, erneuerbarer Mode verarbeitet werden.


Stoffe aus Ernteresten: H&M zeichnet Innovation von Circular Systems aus - H&M Foundation


Der CEO des amerikanischen Unternehmens Circular Systems, Isaac Nichelson, nannte das neue System "Agraloop": "Es handelt sich um ein erneuerbares System, in dem pflanzenbasierte Chemie und pflanzenbasierte Energie zur Aufwertung der Fasern eingesetzt werden. Zugleich sind wir bestrebt, die lokalen Gemeinschaften zu stärken und ein neues Wirtschaftssystem zu schaffen".

Das Rohmaterial für die Agraloop-Technologie ist sehr kostengünstig: Hauptbestandteile sind Bananenstämme, Anananasblätter, Zuckerrohrrinde sowie Hanf- und Flachsstiele.

Heute werden die Überreste der Getreideernte generell verbrannt oder sie verrotten auf den Feldern und erzeugen so Methangas und Kohlendioxid. Das Agraloop-System leistet einen wichtigen Beitrag, für die Erholung nährstoffarmer Böden und zur Verringerung der Luftverschmutzung. Die hergestellten Fasern sind gebrauchssicher und gesund.

Aus technischer Sicht handelt es sich beim neuen System um einen geschlossenen Biokreislauf, der durch den Einsatz modulierbarer Kleinmühlen direkt an den Produktionsstätten durchgeführt werden kann. Die Mühlen produzieren pflanzenbasierten Strom und nutzen die Chemie aus den Ernteresten. Die Fasern sind vollständig wiederverwertbar, erneuerbar und biologisch abbaubar.

Ein weiteres Verkaufsargument für das Agraloop-Konzept ist, dass es nicht mit dem Hauptfokus der Anbaubetriebe, also der Produktion von Lebensmitteln, verbunden ist und den Produzenten ganz im Gegenteil eine neue Einkommensquelle eröffnet.

Im Jahr 1960 stammten 97 Prozent aller hergestellten Textilfasern von Pflanzen und Tieren. Heute verwenden wir nur noch 35 Prozent natürliche Fasern, größtenteils aus erdölbasierten Produkten. Circular Systems spricht von einem Potenzial von 10 Millionen Tonnen Ernteresten, die in nachhaltige Textilien und zu nachhaltiger Mode verarbeitet werden könnten. Dadurch wäre ein Paradigmenwandel zurück zu den natürlichen Stoffen möglich.

Ein wichtiges Bestreben seines Unternehmens sei, so Nichelson, die Industrie bei der Abkoppelung ihrer Baumwollabhängigkeit zu unterstützen, damit Baumwolle nicht mehr unsere hauptsächliche Faserquelle bilde.

Mit der Auszeichnung durch den Global Change Award ist Nichelson überzeugt, dass die Technologie von Circular System schnell hochgefahren werden kann. Der von der H&M-Stiftung vergebene Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von USD 350.000 dotiert.

Insgesamt wurden für den diesjährigen H&M Global Change Award 2600 Anmeldungen aus 180 Ländern entgegengenommen. Mit der Auszeichnung will die H&M-Stiftung die vielversprechendsten Entwicklungen im Bereich nachhaltige Mode fördern.
 

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