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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
12.07.2018
Lesedauer
3 Minuten
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Premium und Seek sind zunehmend auf nachhaltige und ethische Mode bedacht

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
12.07.2018

Viele der Aussteller der Berliner Messen vom 3. bis 5. Juli waren eindeutig von der aktuellen grünen, ethischen Bewegung in der Modewelt inspiriert. Obwohl noch nicht bei allen Akteuren Einigkeit herrscht, scheint sich der Sektor zunehmend über die dringende Notwendigkeit bewusst zu werden, die traditionellen Arbeitsmethoden der Textil- und Modebranche zu transformieren.

Der Eingang der Premium in Berlin - DR


Bei Filippa K ist diese Stimmung bereits seit mehreren Jahren spürbar. Das Label überarbeitete seinen Ansatz von Grund auf und schuf einen positiven Kreislauf von den Stoffen, die es verwendet, bis zur Aufarbeitung der Altkleider. Das schwedische Label hat sich vorerst das Ziel gesetzt, bis 2030 zu 100 % nachhaltig zu werden. Inzwischen setzt es mit recycelter Wolle, Polyester, Reißverschlüssen und Garnen sowie Knöpfen aus Corozonuss schrittweise seine volle Nachhaltigkeit um. "Wir denken auch über unsere Beziehung zum Konsum nach. In einigen unserer Geschäfte können Filippa K Klamotten gemietet werden. Wenn die Kunden fragen, können wir sie auch reparieren oder zurücknehmen, wenn sie sie nicht mehr wollen. Wir können sie als Second-Hand-Kleidung in einigen unserer Läden verkaufen", sagte Matthias Stephani, der die Filippa K Website leitet.

Seit dem Frühjahr/Sommer 2018 verfolgt auch North Sails einen nachhaltigeren Ansatz, indem es den Verbrauch von Kunststoffen reduziert und mehr recycelte Stoffe verwendet. Die Marke, deren Ursprünge mit dem Segelsport verbunden sind, spendet darüber hinaus 1 % ihres Umsatzes an die Wohltätigkeitsorganisation OFF (Ocean Family Foundation). Etwa 30 Artikel der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2019 von North Sails wurden aus recyceltem Kunststoff oder Baumwolle gefertigt. In Frankreich ist North Sails Partner der Société Nautique de Saint-Tropez und sponsert die Segelregatta von Saint-Tropez, die vom 29. September bis 7. Oktober stattfindet. Zu diesem Anlass wird eine eigene Linie lanciert.

Das dänische Label Selected nutzte die Premium Messe, um seine neue Marke Selected People vorzustellen. Die neue Marke der Bestseller-Gruppe wird als 100 % nachhaltiges Premium-Co-Ed-Label positioniert und wird später auch auf Messen in New York und Las Vegas gezeigt. Was Selected betrifft, war die Hauptaussage des Standes: "Wir verwenden mehr nachhaltige Fasern". Diese vor einem Jahr eingeleitete nachhaltige Strategie trägt Früchte: Fast 60 % der Damen- und 70 % der Herrenbekleidung werden aus nachhaltigen Materialien hergestellt.

Die Seek Messe in Berlin - Jan Kapitän


Die Messen Seek und Bright wurden in der Arena, ein paar U-Bahnstationen von der Premium entfernt, entlang der Spree abgehalten. Auch auf der Seek waren mehrere Ausstellermarken klar auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Zum Beispiel betreibt Nudie Jeans seit einigen Jahren eine Reparaturwerkstatt in jedem seiner Monobrand Stores. Das Denim-Label verwendet ausschließlich biologische Baumwolle und ist transparent in Bezug auf dessen Herkunft: Seine Website zeigt die Herkunft der verwendeten Stoffe an und wo die verschiedenen Produkte hergestellt werden. "Die Gründer der Marke haben sich von Anfang an nachhaltigen und ethischen Werten verpflichtet. Jetzt ist der Trend weit verbreitet, aber für uns war er immer der Kern unserer Identität", sagte Christian Gnatowski, Sales Manager von Nudie Jeans in Süddeutschland.

Die Vertriebsleiter von Element und Herschel erklärten, dass die Marken ihre teilweise nachhaltige Beschaffung nicht bewerben, da es sich für sie hierbei nicht um "ein Marketingargument handelt." Das französische Label Misericordia, seit 2003 ein Pionier im Bereich ethischer Mode, schien eine gemischte Meinung zu haben "Ich kann sehen, dass einige an das Konzept von nachhaltiger und ethischer Mode anknüpfen, aber in der Realität suchen die Käufer auf der Messe nach Produkten, nach margensteigernden 'Hits' und nicht nach einer Modekollektion, hinter der eine besondere Denkweise oder Qualität steckt. Sie sind nicht an der Lieferkette interessiert und haben kein Verständnis für Materialien. Meine Meinung mag hart sein, aber es ist eine Schlussfolgerung, zu der ich am Ende dieser drei Tage komme. Glücklicherweise entwickeln wir uns trotz allem weiter", schloss Aurélyen, Gründer von Misericordia.

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