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DPA
Veröffentlicht am
24.10.2012
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3 Minuten
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Puma baut um und lässt viele Fragen offen

Von
DPA
Veröffentlicht am
24.10.2012

Herzogenaurach (dpa) - Bei Puma knirscht es derzeit hörbar im Gebälk. Die Zahlen sind schlecht, und selbst der Konzernchef räumt öffentlich ein, dass die Marke schon einmal begehrter war. Neue Produkte, die die Verbraucher aufhorchen und das Portemonnaie zücken lassen, sucht man seit längerem vergebens. Hinzu kommt die aktuelle Schuldenkrise in Europa, die den Konsum lähmt. Doch selbst in China - dem Land, das von Konzernen gerne als Wachstumshoffnung gefeiert wird - schwächelt das Geschäft. Aus der Raubkatze von einst sei ein zahmes Kätzchen geworden, sagen Branchenbeobachter.

Puma.com

Der Mann, der das alles ändern soll, ist Franz Koch. Seit gut einem Jahr sitzt der 33-Jährige bei Puma im Sattel, hat sich die Schwachstellen angeschaut und ein Umbau- und Sparprogramm gestartet. Die Organisation soll gestrafft, die Prozesse sollen effizienter werden. Am Ende werde Puma schlagkräftiger und profitabler sein, erläuterte Koch wieder und wieder. Doch viele Details seiner Pläne behielt der Manager lange Zeit für sich.

Auch bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen am Mittwoch äußerte er sich zu so manchen bohrenden Fragen nur vage: Wie viele Stellen werden abgebaut, wie viel wird der Konzernumbau insgesamt kosten, wann wird es wieder steigende Gewinne bei Puma geben? Immer wieder bat Koch um Geduld und erklärte: «Wir können im Moment nicht näher ins Detail gehen, bitte haben Sie Verständnis.»

Immerhin erläuterte er die grobe Marschrichtung ausführlicher als früher. Im Zentrum des Umbaus stehe die Einführung eines regionalen Geschäftsmodells. So sei in Europa bereits die Zahl der Organisationseinheiten von 23 Länder auf sieben Ländergruppen reduziert worden, um Kräfte zu bündeln. Die Manager in den einzelnen Staaten sind jetzt nur noch für Marketing und Verkauf zuständig, während die übergeordneten Aufgaben bei den Ländergruppierungen angesiedelt sind. Auch das Netz an Lagern wird der neuen Struktur angepasst.

Zudem konzentriert sich Puma verstärkt auf seine Hauptkategorien. Eine gute Handvoll soll es künftig davon geben - etwa Teamsport, Running, Golf und Lifestyle. In jedem Geschäftsbereich werden Produktmanagement, Design, Entwicklung und spezifisches Marketing gebündelt. Von «nicht-strategischen» Sponsorenverträgen werde man sich entsprechend trennen, kündigte Koch an.

Darüber hinaus will Puma bei den eigenen Shops durchgreifen. Rund 80 unrentable Läden vor allem in den Industrieländern sollen geschlossen werden; weltweit werden es Ende 2013 nur noch etwa 540 statt wie derzeit 590 sein. Auch die Kollektion wird kräftig ausgedünnt: Die Zahl der Schuhe, Textilien und Accessoires soll um 30 Prozent sinken, vor allem die lokalen und regionalen Angebote fallen dann weg.

80 Millionen Euro hat Koch für den längerfristigen Konzernumbau und die nun zusätzlich angesetzten Sparmaßnahmen im dritten Quartal bereits ausgegeben. Dadurch brach der Gewinn um gut 85 Prozent auf rund 12 Millionen Euro ein - trotz eines vor allem währungsbedingten Umsatzanstiegs von 6 Prozent auf 892 Millionen Euro.

Wann es mit dem Überschuss wieder aufwärtsgeht, ließ Koch am Mittwoch offen. Aber das angestrebte Ziel, die Erlöse in diesem Jahr im mittleren einstelligen Bereich zu steigern, werde erreicht, betonte er. Ebenso sehe er keine Gründe, das mittelfristige Umsatzziel von 4 Milliarden Euro bis 2015 zu kippen. «Das ist ambitioniert, aber aus heutiger Perspektive immer noch realistisch.» Nur wenige Sekunden später fügte er jedoch hinzu: «Wir werden aber nicht um jeden Preis wachsen.»

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