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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.02.2018
Lesedauer
2 Minuten
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Tom Ford: Wenn das Imitat besser ist als das Original

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
09.02.2018

Just in dem Moment, in dem ewige Schwarzmaler hinter vorgehaltener Hand zu tuscheln wagen, Tom Ford habe sich von jeglicher Relevanz in der Mode entfernt, liefert der Designer seine beste Womenswear-Kollektion der vergangenen 10 Jahre.
 

Tom Ford – Herbst/Winter 2018 - New York - © PixelFormula


Darin, so lässt sich vermuten, widerspiegelt sich Tom Fords neuer Wahlheimat Los Angeles. So gelang es dem in Texas geborenen Designer, in allen vier großen Modehauptstädten der Welt gewohnt bzw. gearbeitet zu haben: Nach London, Mailand, New York und Paris versprüht er seine kreative Energie unter den Stars und Sternchen von LA. Dieser Einfluss war in der neuen Kollektion deutlich zu spüren.

Nach seinem Bekenntnis zum Veganismus drehte sich die neue Kollektion für Ford um ein zentrales Thema: Kunstpelz. Was er daraus gemacht hat, war grandios. Normalerweise sieht Kunstpelz auf den Laufstegen eher trist aus, man merkt, dass etwas nicht stimmt, sei es nun der Glanz oder die Art, wie die Stoffe fallen … Doch durch das Zusammenwürfeln von grellrosafarbenem Gepardenfell-Imitat, dunkelgrauem Kunstnerz, schwarzem Lammfell-Imitat und goldenem Kunstluchspelz, schuf Ford eine neue Kunstfell-Ästhetik. Sowohl in seinen Jacken als auch den Leggings und den wundervollen Mänteln verarbeitete Ford ausschließlich Pelzimitate. Kombiniert mit Pailletten-Tops mit der Aufschrift 'Tom Ford of Beverly Hills', oder einer Reihe an elegant geschnittenen schwarzen Overalls gelang Ford ein schlagkräftiges neues Modestatement.

Die Show wurde durch einen temporeichen Soul- und Funk-Soundtrack getaktet und fand vor einer meisterhaften preußischblauen Kulisse mit großen Zuschauertribünen in der Uptown Armory an der New Yorker Park Avenue statt. Die ganze Inszenierung war eine Meisterleistung von Ford. Mit seinem Erfolg in der Accessoires-Sparte kann sich der Designer ein solches Runway-Statement auch leisten. Im vergangenen Jahr verkaufte Ford über rund 14.000 Verkaufspunkte fast zwei Millionen Paar Brillen und Sonnenbrillen. So kam es auch nicht überraschend, dass an seiner Menswear-Show in Playboy-Manier zwei Tage zuvor jedes Outfit mit einer passenden Sonnenbrille gepaart wurde.

Doch bot Ford an seiner Show auch Altbewährtes, wie den schnörkellosen schwarzen Anzug, in dem er sich am Ende der Veranstaltung vor dem Publikum verneigte. In den vordersten Reihen applaudierten unter anderem Julianne Moore und Zayn Malik. Im Backstage-Bereich herrschte ein heilloses Durcheinander, manch ein Beobachter sehnte sich die Zeit der professionell organisierten Post-Shows seiner Blütezeit bei Gucci zurück. Doch im Vergleich zur amerikanischen Hauptstadt, in der zwei Stunden nach der Show die Stilllegung der Regierung beschlossen wurde, schien bei Tom Ford vergleichsmäßig Ordnung zu herrschen. Von wegen Mode sei etwas für Hysteriker – da wird man in den USA mit einem Blick aufs Weiße Haus schnell eines Besseren belehrt.

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