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DPA
Veröffentlicht am
13.10.2010
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Wolfgang Joop wird Kreativpartner von Kaufhof

Von
DPA
Veröffentlicht am
13.10.2010

Der Modedesigner Wolfgang Joop will das Warenhaus zur Erlebniswelt machen und so die Kunden von Internet und Teleshopping weglocken. Als kreativer Kopf soll der 65-Jährige künftig die Warenhauskette Galeria Kaufhof beraten.

Der Designer des Labels Wunderkind will vor allem die Alltagstauglichkeit von Mode und Stil beweisen. «Bei der Couture ist man so sehr unter seinesgleichen, dass man auch wieder ausbrechen möchte», sagte Joop am Dienstag bei der Vorstellung des Kooperationsprojektes in Berlin. Kaufhof erhofft sich von dem Künstler und Designer einen «Kreativschub», der das Erscheinungsbild aller 138 Filialen in Deutschland und Belgien auffrischen soll.

Wolfgang Joop, Kaufhof


Kaufhof beschreitet damit einen Weg, mit dem auch andere Warenhäuser auf mehr Glanz und Kunden hoffen. So will Karstadt- Investor Nicolas Berggruen nach der Rettung die traditionelle Warenhauskette jünger und modischer gestalten. Helfen soll der kalifornische Designer Max Azria, der einen guten Draht zur Hollywood-Prominenz hat und mit seiner Gruppe in weltweit 42 Ländern mehr als 1000 eigene Läden betreibt.

Azria rühmt sich, dass Stars wie Angelina Jolie oder Eva Mendes zu den Fans seiner Alltagsmode zählen. Seine Haute-Couture-Kreationen werden auf dem roten Teppich gezeigt. Dennoch war sich der Designer nicht für die US-Supermarktkette Wal-Mart zu schade: Azria entwarf für den Discounter eine Modekollektion von Teenie-Star Miley Cyrus.

Ob Joop für Kaufhof eine eigene Kollektion entwerfen wird, ließen die neuen Geschäftspartner zunächst offen. Seine Ideen sollten jedoch das Erscheinungsbild des Warenhauses auf allen Ebenen beeinflussen. Auch eine Neugestaltung des Logos sei denkbar, hieß es. «Er ist der ideale Partner, wenn es darum geht, Lifestyle für unsere Kunden erlebbar zu machen», sagte Kaufhof-Geschäftsführerin (Marketing, Verkauf, Baumanagement) Claudia Reinery. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 25 000 Mitarbeiter und hat täglich etwa zwei Millionen Kunden. Der Jahresumsatz lag im vergangenen Jahr bei 3,5 Milliarden Euro.

Joop, dessen Namen auch helfen soll, den insolventen Wäschehersteller Schiesser («Feinripp») an die Börse zu bringen, geht es auch um die Tradition des Warenhauses. «Es geht darum die Erlebniskultur wiederzubeleben», sagte er. «Man muss nicht alles kaufen - aber eintauchen können wie Alice im Wunderland.»

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